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Kontogebühren : Postbank-Kunden könnten bald fürs Girokonto zahlen müssen

  • Aktualisiert am

Das kostenlose Girokonto für Postbankkunden steht infrage. Bild: dpa

Die Zinspolitik der EZB setzt vielen Banken zu. Deshalb überlegen nun immer mehr Institute, an Kontogebühren zu feilen. Damit ist nun die Postbank an der Reihe. Schon gibt es Forderungen der Politik, Sparer anderweitig zu entlasten.

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          Der Vorstandsvorsitzende der Postbank, Frank Strauß, hat angesichts der Niedrigzinspolitik der EZB das kostenlose Girokonto für Privatkunden in Frage gestellt. Die Bank arbeite derzeit intensiv an einem neuen Preismodell, das noch dieses oder spätestens nächstes Jahr starten solle, sagte Strauß der „Welt am Sonntag“. Ob dabei das Girokonto kostenlos bleibe, könne er noch nicht abschließend sagen.

          Möglicherweise werde es nur noch bestimmte Konto-Dienstleistungen kostenlos geben. „Es gibt keinen Anspruch auf ein kostenloses Girokonto. Sie zahlen auch für Strom, ein Teil der Bankdienstleistung ist wie Strom eine Versorgung“, sagte Strauß. Gebühren für Bargeldabhebungen am Automaten könne er sich allerdings nicht vorstellen, sagte Strauß.

          Auch Sparkassen-Kunden müssen sich auf höhere Gebühren einstellen

          Seit EZB-Präsident Mario Draghi den Leitzins auf 0 Prozent gesetzt hat und den Zins für Einlagen der Banken bei der Notenbank weiter ins Negative gesenkt hat, ist klar: Die Banken werden auf absehbare Zeit damit leben müssen, dass sie zwar von ihren Privatkunden schwerlich negative Zinsen auf Spareinlagen verlangen können – selbst aber für Einlagen bei der Notenbank negative Zinsen berappen müssen. Deshalb beginnen sie nun an anderen Stellschrauben zu drehen, darunter fallen auch Kontogebühren.

          Auch Sparkassen-Kunden müssen sich auf höhere Gebühren einstellen, wie schon seit März bekannt ist. „Die Zeit von weiten Angeboten kostenloser Kontoführung ist aus meiner Sicht vorbei“, hatte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, damals gesagt. „Wir werden Leistungen bepreisen müssen - und zwar verursachergerecht.“ Alle Marktteilnehmer müssten angesichts der „falschen Zinspolitik“ der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Ertragsquellen erschließen.

          Söder fordert Verdopplung des Sparerfreibetrags

          Weil Bankkunden zunehmend leiden müssen, fordert der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) eine Verdopplung des Sparerfreibetrags auf Zinsen aus Sparguthaben: „Derzeit profitiert vor allem der Staat von den niedrigen Zinsen. Er sollte den Sparern daher wieder etwas zurückgeben. Am besten über den Sparerfreibetrag“, sagte Söder der „Bild am Sonntag.“ Der Freibetrag müsse für Zinsen aus Sparguthaben von 801 Euro beziehungsweise 1602 Euro für Verheiratete verdoppelt werden. „Das wäre ein deutliches Signal, dass sich Sparen in Deutschland noch lohnt.“

          Sollten auf Bankguthaben sogar Negativzinsen anfallen, schlägt Söder eine zusätzliche steuerliche Entlastung der Bürger vor: „Wenn es allgemein zu Negativzinsen für Sparguthaben kommt, müssen wir darüber nachdenken, wie wir diese von der Einkommensteuer absetzen können. Sparen darf nicht bestraft werden.“

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