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Gleiche Regeln für alle : Warnschuss für N26

  • -Aktualisiert am

Die Anordnungen der Bafin sind eine bittere Lektion für N26-Gründer Valentin Stalf. Bild: dpa

Auch eine Smartphone-Bank, die alles besser machen will, muss sich an die Spielregeln halten. Wachstum um jeden Preis kann nicht die richtige Strategie sein.

          Es war schon ungewöhnlich genug, dass die Mahnung der Finanzaufsicht Bafin an die Internetbank N26 nach außen gedrungen ist. Normalerweise wird so etwas hinter verschlossenen Türen geregelt. Die Bafin wollte wohl ein Zeichen setzen, dass sie es ernst meint und nicht nur höfliche Bitten verschickt.

          Die Anordnung, die N26 nun erhalten hat, spricht diese Sprache. Die Internetbank wird unter anderem aufgefordert, ihre Sorgfaltspflichten einzuhalten. Dass solch eine Maßnahme dann aber auch noch öffentlich wird, ist ungewöhnlich und spricht dafür, dass der Bafin die Geduld ausgegangen ist.

          Ähnliche Maßnahmen wurden zwar auch schon gegen die Deutsche Bank verhängt und veröffentlicht, N26 sollte das trotzdem als Warnschuss verstehen. Auch sie muss sich an die Spielregeln der Branche halten und die Anforderungen – die zu Recht hoch sind – erfüllen. Das hat sie offenbar nicht, wovon zahlreiche Beschwerden der vergangenen Wochen zeugen.

          Für N26-Cründer Valentin Stalf ist das bitter, ist er doch einst angetreten, alles besser zu machen als die herkömmlichen Banken. Doch N26 scheint auch entsprechend gelernt zu haben: Sie haben nun einen eigenen Manager für das Deutschlandgeschäft, dazu soll der Kundenservice stark ausgebaut werden. Das ist der richtige Weg, den die Bank weiter beschreiten sollte – und nicht Wachstum um jeden Preis.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

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