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Investmentfonds : Ein ertragreiches erstes Halbjahr

Bild: F.A.Z.

Das Sommerwetter ist sonnig, das Börsenklima eher wechselhaft. Anlegern wie Fondsmanagern dürften es daher gut tun, sich noch etwas im Glanz der ersten Jahreshälfte zu sonnen.

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          Seit dem 1. Juli ist die Geldanlage in Aktien nicht mehr so schön wie es im ersten Halbjahr war. Der mit 100 Werten den deutschen Aktienmarkt breit abbildende F.A.Z.-Index ist um mehr als 6 Prozent gefallen, der amerikanische Aktienindex S&P-500 um 3 Prozent. Im ersten Halbjahr war das viel schöner: Der S&P hatte um 18 Prozent, der F.A.Z.-Index um 13 Prozent zugelegt.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Besser haben es da Gold- und Anleihen-Anleger gehabt. Die Liebhaber des Edelmetalls konnten in den ersten sechs Monaten eine Wertsteigerung um 8 und im zweiten bislang von 10 Prozent verbuchen. Und Anleihenkäufer sahen die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe von minus 0,26 Prozent zu Jahresbeginn auf zunächst 0,91 Prozent am 1. Juli und mittlerweile auf minus 1,31 Prozent fallen. Da Renditen (Erträge) fallen, weil die Preise steigen und so mehr für die Anleihen bezahlt werden muss, heißt das, dass Bundesanleihen im Depot an Wert gewonnen haben.

          Die Veränderungen im laufenden Quartal werden sich auch in den Erfolgsbilanzen der Investmentfonds niederschlagen, vorläufig aber können sich Anteilsbesitzer und Manager erst aber noch an der Wertentwicklung des ersten Halbjahres erfreuen und hoffen, dass nicht alle Gewinne des ersten Halbjahres dahinschmelzen werden.

          Nach Daten des Fondsanalysehauses Scope haben 85 Prozent der Aktienanlageklassen zweistellige Wertzuwächse verzeichnet, allen voran, wie sollte es anders sein, die Technologieaktien mit einem Plus von 24 Prozent. Diese liegen im Trend, denn auch auf 5-Jahres-Sicht haben sie mit einem jährlichen Zuwachs von 18 Prozent die Nase vorn. Klar, sind ihre Kurse auch schwankungsanfälliger. Um rund 17 Prozent schwankten die Anteilspreise in den vergangenen fünf Jahren. Dies wurde nur übertroffen von chinesischen (20 Prozent) und indischen Aktien. Letztere waren auch im ersten Halbjahr mit einem Plus von nur knapp 6 Prozent die schlechteste Wahl unter den Aktienfonds.

          Auch Rentenfonds brachten ihren Anlegern in allen Kategorien Gewinne, allen voran Schwellenländeranleihen in Hartwährungen mit einem Plus von 10 Prozent sowie amerikanische Hochzinsanleihen mit 9 Prozent. Eher enttäuscht dürften diejenigen sein, die auf Euro-Kurzläufer setzen. Der Aufschlag von 0,7 Prozent fiel doch eher dürftig aus.

          Da risikoreicheres Anlegen belohnt wurde, schnitten unter den Mischfonds die dynamischen Varianten am besten ab. Konservative Fonds kamen mit einem Plus von knapp 6 Prozent nur auf einen ungefähr halb so hohen Aufschlag, aber damit dürfte die vorsichtigere Klientel gut leben können.

          Daten, wie aktive Manager im Vergleich zum Gesamtmarkt abgeschnitten haben, liegen für das erste Halbjahr noch nicht vor. Im ersten Quartal allerdings schnitten sie nach Daten des ETF-Anbieters Lyxor aber deutlich besser ab als im eher enttäuschenden Jahr 2018, als nur jeder vierte Manager seinen Anlegern einen zusätzlichen Bonus verschaffen konnte. Im ersten Quartal war es diesmal mehr als jeder dritte, wobei Aktienfondsmanager noch mehr Nachholbedarf haben. Mit einer Erfolgsquote von 36 Prozent lagen sie zwar besser im Rennen als 2018 (27 Prozent), aber weiter unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 38 Prozent – ganz zu schwiegen von 2017, als sogar mehr als die Hälfte der Aktienfondsmanager einen Mehrertrag erzielen konnte. Besonders erfolgreich waren unter anderem die Manager von Aktienfonds auf deutsche Standardwerte. Fast zwei von drei Profis gelang es besser abzuschneiden.

          Für Rentenfondsmanager war das erste Quartal insgesamt sehr erfolgreich. 42 Prozent bewiesen ein gutes Händchen, deutlich mehr als der zehnjährige Durchschnitt von 33 Prozent und auch gegenüber 2017 ein neuer Rekordwert. Mit Schwellenländeranleihen waren 70 Prozent der Manager überdurchschnittlich erfolgreich.

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