https://www.faz.net/-hbv-9gk2o

Impact Investing : Gutes tun und Geld verdienen

Zur nachhaltigen Geldanlage: Ein Vermögensverwalter investiert in den Kakao-Anbau in Südamerika. Bild: EPA

Immer mehr Anleger wollen mit „Impact Investing“ soziale und ökologische Wirkung erzielen und dabei auch noch etwas verdienen. Ist das Konzept mehr als nur ein Feigenblatt?

          5 Min.

          Wie in einem Bienenstock ging es in der vergangenen Woche in einem Pariser Hotel am Platz von Denfert-Rochereau zu. Das weltgrößte Netzwerk von „Impact“-Investoren, GIIN, hatte 1.400 Teilnehmer zu einer Konferenz versammelt. Impact Investing ist ein vergleichsweise junger Begriff aus der Welt jener Finanzinvestoren, die besonders den Umweltschutz und soziale Fragen berücksichtigen wollen. Nach Angaben der Veranstalter befinden sich diese Investitionen auf dem Marsch aus der Nische in das Herz der Finanzwelt. „Das Interesse an Impact Investing boomt weltweit, sei es durch große institutionelle Investoren, sei es durch Stiftungen, wohlhabende Einzelinvestoren oder durch Regierungen“, sagt der GIIN-Geschäftsführer Amit Bouri im Gespräch mit der F.A.Z. Sein in den Vereinigten Staaten entstandenes Netzwerk umfasst heute 280 internationale Finanzhäuser und Organisationen in 40 Ländern, von der Deutschen Bank über JP Morgan bis zur Rockefeller Foundation. Nach einer jährlichen Erhebung wuchsen die „Impact“-Investitionen im vergangenen Jahr auf 228 Milliarden Dollar. Im Vorjahr war die Hälfte gemessen worden, vor fünf Jahren nur ein Fünftel; allerdings hat sich jährlich auch der Kreis der Befragten geändert.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Wenn die Datenbasis unsicher ist, so gilt dies ebenso für die Begrifflichkeit, denn im Lexikon der Nachhaltigkeit sind die Definitionen vage. Viele Investoren setzen auf das ESG-Konzept für „Environment, Social, Governance“, das sein Augenmerk auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung legt. Von SRI für „Socially Responsible Investment“, also gesellschaftlich verantwortliche Kapitalanlagen, ist ebenfalls die Rede. Impact Investment versteht sich indes als die anspruchsvollste Kategorie, weil sie nicht nur auf das Weglassen bestimmter Anlagen wie Rüstungsaktien oder Kohleverstromung setzt, sondern seinen Schwerpunkt in erster Linie auf die ökologischen und sozialen Wirkungen der Investitionen legt – wobei die Gewinne nicht zu kurz kommen sollen. „Wir können belegen, dass Renditen in Höhe des Marktniveaus erzielt werden“, sagt Bouri.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+