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Sparverhalten : Jeder vierte Deutsche hat keine Ersparnisse

Die Ersparnisse der Deutschen sind nicht sehr hoch. Bild: Picture-Alliance

Ausgerechnet in Deutschland, im redensartlichen Land der Sparer, sagen besonders viele Leute über sich selbst, sie hätten keinerlei Ersparnisse. Nur in Rumänien sieht es laut einer Studie noch düsterer aus.

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          Um die Ersparnisse der Deutschen steht es nur bedingt gut. In Deutschland geben 27 Prozent der Menschen an, derzeit über keine finanziellen Rücklagen zu verfügen, mehr als in fast allen anderen europäischen Ländern – außer Rumänien. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Direktbank ING-Diba, für die 14.806 Menschen aus 13 europäischen Ländern sowie Australien und den Vereinigten Staaten befragt wurden.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am wenigsten Menschen ohne Ersparnisse gibt es der Umfrage zufolge in Luxemburg (12 Prozent), gefolgt von der Türkei, der Tschechischen Republik und den Niederlanden. Die meisten europäischen Länder liegen zwischen 20 und 25 Prozent. Auf dem zweitletzten Platz liegt Deutschland mit 27 Prozent – auf dem letzten Platz Rumänien mit fast 35 Prozent. Innerhalb Deutschland ergaben sich Unterschiede je nach Bundesland. Am meisten Leute ohne Ersparnisse gab es demnach in Thüringen (44 Prozent), am wenigsten in Hamburg (14 Prozent).

          Etwas ungewöhnlich ist das alles also schon: Carsten Brzeski, der Chefvolkswirt der Bank, vertrat die Ansicht, die Umfrage könne das weitverbreitete Bild der Spar-Nation Deutschland nicht bestätigen – obwohl die Sparquote des Landes nicht automatisch davon berührt wird, wenn die Verteilung der Ersparnisse ungleichmäßig ist. Nachgeprüft wurde in der Studie nicht, wie viele Ersparnisse jemand tatsächlich hat. Das Ergebnis beruht allein auf der subjektiven Einschätzung der Befragten – auch da kann es natürlich nationale Unterschiede geben.

          Gefragt wurde auch, wie das Verhältnis zwischen eigenen Ersparnissen und dem monatlichen Nettoeinkommen sei. Der Anteil von Menschen mit Ersparnissen in Höhe von vier monatlichen Nettoeinkommen war dabei in Deutschland der höchste im internationalen Vergleich. Auch die Angaben derjenigen Menschen, die ihre konkreten Ersparnisse in absoluten Zahlen nennen wollten, lagen für Deutschland in der europäischen Spitzengruppe. So weisen die Deutschen in der Umfrage beispielsweise den zweithöchsten Anteil derjenigen Befragten auf, die angeben, mindestens 5000 Euro auf der hohen Kanten zu haben. Bei Ersparnissen von mehr als 15.000 beziehungsweise mehr als 50.000 Euro war der deutsche Wert jeweils der dritthöchste der Umfrage.

          Auch die Zufriedenheit der Deutschen mit ihren Ersparnissen fiel der Umfrage zufolge nicht schlecht aus. Rund 40 Prozent – einschließlich derer ohne Ersparnisse – gaben an, „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit der Höhe ihrer Rücklagen zu sein. Deutschland lag mit diesem Wert im vorderen Mittelfeld der Umfrage. Im Vergleich zu einer Umfrage im vergangenen Jahr, bei der Deutschland auch schon vor Rumänien auf dem zweitletzten Platz lag, ist der Anteil der Menschen ohne Ersparnisse in vielen Ländern, so auch in Deutschland, zurückgegangen. Die Bank weist allerdings darauf hin, dass ein Vergleich mit früheren Jahren statistisch etwas unsicher sei, weil die Formulierungen der Fragen nicht exakt gleich gewesen seien.

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