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Gewinnprognosen : Analysten irren häufig

Hoffentlich nicht das übliche Prozedere bei einer Gewinnprognose. Bild: Picture-Alliance

Gibt ein Analyst eine positives Votum für eine Aktie, steigt oft genug deren Kurs. Doch die Prognosequalität der vergangenen 30 Jahre war allenfalls durchwachsen.

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          Dass Aktienanalysten Optimisten sind, ist beileibe keine neue Erkenntnis. Es liegt in der Natur der Sache, denn wer erwägt, Aktien zu kaufen, muss ja grundsätzlich davon überzeugt sein, dass es gut ausgeht.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Verdacht, dass Analysten grundsätzlich zu optimistisch sind, wurde schon immer gehegt. Das Multi-Family-Office HQ Trust hat diese Einschätzung nun aber mit Zahlen eindrucksvoll untermauert.

          Fondsmanager Sven Lehmann hat, aufgeteilt nach 20 Branchen, die Analystenschätzungen der vergangenen 30 Jahre mit der Wirklichkeit verglichen. Und demnach überstiegen die prognostizierten Gewinn die letztlich erwirtschafteten im Mittel um mehr als 16 Prozentpunkte.

          Immobilienboom übersehen

          Am meisten daneben lagen die Experten bei den Banken, wo die Abweichung mehr als 43 Prozentpunkte betrug - und das mit einer immensen Streubreite, was bedeutet, dass die Prognosen der einzelnen Fachleute zum Teil weit auseinanderlagen. Offensichtlich seien die Analysten „von den Schreckensnachrichten aus den Bankbranche überrascht worden“, sagt Lehmann.

          Umgekehrt haben diese wohl auch den anhaltenden Immobilienboom nicht zur Kenntnis genommen. Denn hier lagen die Prognosen im Mittel um fast 7 Prozent zu niedrig - die einzige Branche, wo dies überhaupt der Fall war.

          Besser scheinen die Vorhersagen auf die Autoindustrie zugetroffen zu haben, wo sie im Mittel praktisch exakt waren. „Allerdings waren hier die Abweichungen auch am höchsten“, sagt Lehmann.

          Die Immobilienbranche war auch die einzige Branche, in der die Analystenprognosen öfter zu niedrig (17 Jahre) als zu hoch ausfielen. Im Sektor „Körperpflege, Drogerie und Lebensmittelgeschäfte“ dagegen waren die Analysten in keinem einzigen Jahr zu pessimistisch.

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