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Streit über geschlossene Fonds : Wie Anleger vor Gericht gewinnen

Bis zum Jahr 2013 war die Commerzbank der führende Vertrieb geschlossener Fonds in Deutschland. Bild: Michael Kretzer

Mit geschlossenen Fonds haben Anleger häufig hohe Verluste erlitten. Anwälten gelingt es aber oft, Banken beim Verkauf verschwiegene Provisionen nachzuweisen. Nicht nur deshalb sind Urteile zu Hannover Leasing lehrreich.

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          Seit Jahresbeginn sorgt zwischen Banken und ihren Kunden ein neu verlangter Papier- und Datenwust für Beziehungsfrust. Vermutlich ist der europäische Gesetzgeber mit seinen Verordnungen (Mifid 2, Priibs etc.) tatsächlich über das Ziel hinausgeschossen, die Wertpapierberatung transparenter zu machen. Aber wie notwendig es wäre, Missstände in der Anlageberatung der Banken und Sparkassen zu beseitigen, zeigen lehrbuchhaft diejenigen Fälle, die regelmäßig vor Gericht landen.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nicht selten streiten Banken und Sparkassen mit ihren Kunden vor Gericht über geschlossene Fonds. Diese illiquiden, kaum wiederverkäuflichen und deshalb „geschlossen“ genannten Anlagen, mit denen eine Immobilie, ein Schiff oder auch ein Film finanziert wird, sind vor der Finanzkrise oft als die große Verheißung angepriesen worden, häufig garniert mit Steuervorteilen und scheinbar sicheren Renditen. Kaum eine andere Finanzanlage aber wies so hohe verdeckte Gebühren für die Verkäufer auf. Und kaum eine Finanzanlage ist so oft an dafür eigentlich ungeeignete Kunden verkauft worden. Schließlich sind geschlossene Fonds unternehmerische Beteiligungen, die einen Totalverlust einbringen können, wenn sich das finanzierte Objekt nicht wie geplant entwickelt, etwa weil Mieten ausbleiben. Aber das stand meist nur auf einer hinteren Seite im Verkaufsprospekt.

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