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Geldgeschäfte : Deutsche verabschieden sich von der Bankfiliale

  • Aktualisiert am

Herr Banker, ich hätt’ gern einen doppelten Latte mit Schokostreuseln... Bild: Sick, Cornelia

Glaubt man einer neuen Umfrage, dürfte die Bankfiliale vor Ort bald der Vergangenheit angehören. Für die Banken ist sie teuer, die meisten Kunden haben keine Verwendung mehr dafür.

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          Liegt es am schlechten Ruf des „Schalterbeamten“ und des „Bankberaters“? Oder ist es nur ein Zeichen der Zeit? Sechs von zehn Deutschen wünschen sich als Bank nur noch ein Interangebot, das das vollständige Angebot abdeckt. Oder sie kommen mit einem Selbstbedienungsgerät aus – vielleicht weil beides ihnen nichts verkaufen will. Das sind zumindest die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage durch die Unternehmensberatung Qperior.

          Vor allem für Tagesgeld oder das Girokonto braucht kaum noch jemand eine Filiale. Insgesamt aber zeigt sich deutlich, dass wenn die Produkte komplizierter werden und es um viel Geld geht, die Unsicherheit zunimmt. So traut sich nur wenig mehr als die Hälfte zu, Wertpapiere ganz alleine zu kaufen. Weniger als die Hälfte würde eine Alltags-Versicherung wie etwa eine Privat-Haftpflicht online abschließen.

          Wenn's schwierig wird, dann doch mit Hilfe

          Vorsichtig werden die Deutschen dann bei der Altersvorsorge. 38 Prozent konnten sich vorstellen, ihre Altersvorsorge mit Produkten aus einem Online-Portfolio zu ergänzen, das etwa Riester-Renten oder Lebensversicherungen enthält. Und nur jeder Vierte würde einen Immobilienkredit online abschließen.

          Denn so richtig out ist die Bankberatung trotz aller schlechten Nachrede in der Praxis wohl nicht. Doch die Zufriedenheit damit ist weniger ausgeprägt. Nur rund die Hälfte ist mit dem Ist-Zustand zufrieden. 70 Prozent aber wünschen sich eine Beratung, die stärker auf individuelle Bedürfnisse eingeht und vermissen so etwas in den Internet-Angeboten.

          Der Traum von Lifestyle und Kaffee

          Fast 60 Prozent wünschen sich in der Umfrage, dass ihre Bank mit konkreten Beratungsangeboten stärker auf sie zugehen möge. Ein bisschen Zukunftsmusik schwingt aber in den Ideen mit:

          Fast jeder Dritte wünscht sich die Bank als „Anbieter von Life Assistance“ für alle Lebenslagen, knapp 30 Prozent „Lifestyle-Filialen“ für bestimmte Kundentypen und mehr als jeder Vierte einen Kaffeebar in der Filiale, damit der Bankbetrieb interessanter wird. Aber träumen wird man ja wohl dürfen.

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