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Geldanlage : Die Privatanleger entdecken das Fondssparen

Fondssparpläne erfreuen sich bei Anlegern zunehmender Beliebtheit. Bild: dpa

Die deutschen Anleger werden mutiger. Angesichts niedriger Zinsen trauen sie sich wieder mehr an Aktien heran. Besonders Fondssparpläne bekommen Zulauf.

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          Die deutschen Privatanleger wagen sich angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen stärker an die Finanzmärkte. Das zeigt sich an einer steigenden Bereitschaft, in Fonds zu investieren. „Das zarte Pflänzchen Wertpapierkultur in Deutschland wächst stetig weiter“, sagte Michael Rüdiger, Vorstandsvorsitzender der Fondsgesellschaft der Sparkassen, Dekabank, am Mittwochabend in Frankfurt.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie vor wenigen Wochen die Volks- und Raiffeisenbanken melden nun auch die Sparkassen ein deutlich gestiegenes Interesse ihrer Kunden an Fondssparplänen. Mit rund 300.000 Sparplänen hätten sich schon in den ersten sechs Monaten des Jahres so viele Privatanleger für neue Wertpapiersparpläne wie im gesamten Jahr 2016 entschieden, teilte die Dekabank am Donnerstag im Rahmen ihres Zwischenberichts mit. Damit hätten die Kunden im Schnitt an jedem Filialöffnungstag mehr als 2300 neue Deka-Sparpläne abgeschlossen. Der Gesamtbestand habe sich dadurch auf 3,8 Millionen Verträge erhöht.

          Die Sparpläne, bei denen regelmäßig kleinere Summen in Fonds eingezahlt werden, haben sich auch bei der Union Investment zu einem Absatzschlager entwickelt. Die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken hatte kürzlich gemeldet, dass die Zahl der Fondssparverträge in den vergangenen zwölf Monaten um 34,2 Prozent auf nun 1.719.000 gestiegen sei. Über das Produkt investierten demnach 213.000 Anleger zum ersten Mal in Fonds; vor allem Aktien-, Misch- und Immobilienfonds seien gefragt. Im Schnitt habe jeder Anleger 168 Euro im Monat eingezahlt – nach 137 im Vorjahr.

          Fonds mit so hohen Zuflüssen wie erst einmal zuvor

          Dekabank-Chef Rüdiger wertet die Entwicklung als Erfolg: „Es ist besonders erfreulich, dass die Bemühungen von Sparkassen und Deka zum Ausbau des Wertpapiersparens fruchten. Ein großer Teil der Zuflüsse im Retail-Fondsgeschäft kommt inzwischen aus den regelmäßigen Beiträgen der Fondssparpläne.“

          Der Branchenverband BVI hatte kürzlich für die gesamte deutsche Fondsbranche so hohe Zuflüsse vermeldet wie erst einmal zuvor. Allein in offene Publikumsfonds waren demnach in den ersten sechs Monaten des Jahres 36,4 Milliarden Euro geflossen. Offene Spezialfonds, die in der Regel von institutionellen Anlegern genutzt werden, verzeichneten ein Plus von 49,2 Milliarden Euro.

          Die Dekabank konnte für das erste Halbjahr insgesamt einen um 40 Prozent gestiegenen Nettoabsatz gegenüber dem schon guten Vorjahreszeitraum verzeichnen. 5,7 Milliarden Euro legten die Privatkunden der Sparkassen neu in den Produkten an, 6,9 Milliarden Euro kamen von institutionellen Kunden. Für das Gesamtjahr erwartet Rüdiger wegen der gestiegenen Kosten der Regulierung dennoch nur ein wirtschaftliches Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres.

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