https://www.faz.net/-hbv-a62vn

Handelbare Immobilienteile : Ein Stückchen Haus kaufen

Fausto Lorfeo, Gründer und Geschäftsführer von Brickbuy Bild: Brickbuy

Wem ein Haus als Geldanlage zu groß und zu aufwändig ist, hat jetzt eine Alternative. Ein Start-Up bietet Investments ab einem Zehntel Quadratmeter an. Mit Mietern muss man sich auch nicht herumschlagen.

          2 Min.

          Immobilieninvestments werden immer liquider. Das gilt aber nicht nur für künftige Käufe. Am Dienstag hat das Start-up Brickbuy eine Plattform eröffnet, die es Immobilienbesitzern ermöglicht, Minderheitsanteile an ihren Objekten in Kleinstanteilen wirtschaftlich an Privatanleger abzugeben. Dabei werden maximal 49 Prozent der Immobilie in „Bricks“ umgewandelt, die einen Zehntel Quadratmeter repräsentieren. Diese können dann mit einem Abschlag von 18 Prozent auf den ermittelten Wert von Anlegern erworben werden. Diese sollen so von einer Wertsteigerung profitieren.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das funktioniert so, dass die Zweckgesellschaft Brickbuy SPV eine wirtschaftliche Unterbeteiligung eingeht und so quasi Co-Eigentümerin wird. Die SPV gibt dann an die Anleger mit den Bricks eine Schuldverschreibung aus. „Mit dem Erwerb eines Bricks wird der Anleger zum Inhaber eines Anspruchs gegen die Emittentin auf Zahlung eines Geldbetrages, dessen Höhe von der Wertentwicklung der Immobilie abhängig ist“, erklärt es Gründer Fausto Lorfeo.

          Rechte und Pflichten an der Immobilie trägt weiter der ursprüngliche Eigentümer, bezahlt also weiter die Instandhaltung, vereinnahmt aber auch etwa die Miete oder kann weiter darin wohnen. Geht es um Dinge wie Renovierungen oder Umbauarbeiten, die Einfluss auf die Wertentwicklung haben, muss der Eigentümer Brickbuy einbinden. Auch zur gewissenhaften Verwaltung und Erhaltung ist er verpflichtet.

          Einer der Grundgedanken von Brickbuy sei, Eigentümern, die Kredite nicht mehr bezahlen können, eine Möglichkeit zu bieten, diese durch einen Teilverkauf abzubezahlen, sagt Lorfeo. „Aber Kredite abzuzahlen und mehr ,Cashflow‘ zu gewinnen, ist nicht nur von Vorteil, wenn man Solvenzprobleme hat. Die selbstbewohnte Immobilie ist kein Investment, sondern eine Verbindlichkeit. Es ist auch für solvente Eigentümer, die ihre Immobilie selbst bewohnen, sinnvoll, einen Teil des Kapitals frei zu machen und für sich arbeiten zu lassen.“

          Nach Ende der Vertragslaufzeit von in der Regel 20 Jahren kann der ursprüngliche Eigentümer die Anteile zum Marktwert zurückkaufen oder beteiligt die Anleger am Verkaufserlös der Immobilie. Für die Ermittlung der Werte kooperiert Brickbuy mit dem Online-Immobilienmakler Immobilienscout24. Das Angebot gilt zunächst nur für Köln, Düsseldorf, München, Berlin, Hamburg und Frankfurt. Weitere Städte könnten später dazukommen.

          Eine ganz andere Art Investitionsmöglichkeit in Teile von Immobilien bietet via Blockchain-Token in den Vereinigten Staaten das Unternehmen RealT. Hier werden komplette Häuser von einer Zweckgesellschaft erworben, die auch die Verwaltung übernimmt. Die Token verbriefen Anteile an der Zweckgesellschaft. Somit erhalten die Token-Eigentümer regelmäßig eine entsprechenden Bruchteil der Nettomiete nach Verwaltungskosten

          Weitere Themen

          Das große Rennen der Einhörner

          FAZ Plus Artikel: Europäische Fintechs : Das große Rennen der Einhörner

          Ein britischer Zahlungsdienstleister steigt zum teuersten Fintech Europas auf. Und auch sonst tut sich viel am Markt der Finanz-Start-ups, die als Börsenkandidaten gelten. Aber was machen die eigentlich genau?

          Topmeldungen

          Laschets Gratwanderung : Der Kampf um den Kurs geht weiter

          Die CDU glaubt nicht ohne Grund, dass Armin Laschet besser als Friedrich Merz die innerparteiliche Spaltung überwinden kann. Dazu muss aber auch der neue Vorsitzende über sich hinauswachsen.

          Pläne der Bahn : Zugfahren nur noch mit FFP2-Maske?

          Die Deutsche Bahn denkt über eine FFP2-Maskenpflicht in sämtlichen Regional- und Fernzügen nach. Das würde einen Bedarf von Millionen Masken täglich bedeuten. Und es gibt noch weitere Probleme.
          Bleibt schlank und pflegt dabei ihre Zähne: Gitta Saxx

          Herzblatt-Geschichten : Mach es wie der Honigdachs

          Warum Wladimir Klitschko ein seltsames Tier verehrt, was Dana Schweiger von Tils Neuer hält und wie Bohlen von den Malediven grüßt: Die Herzblatt-Geschichten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.