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Geldanlage : Die kontrollierten Anlegerinnen

Viele Anlegerinnen bleiben der Börse fern: Skulptur des Börsenbullen in Frankfurt Bild: dpa

Viele deutsche Frauen sind selbstsicher und kontrolliert, aber in der Geldanlage risikoscheuer als andere in Europa. An zu wenig finanziellem Spielraum scheint es nicht zu liegen ergibt eine Umfrage von JP Morgan Asset Management.

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          Wie wichtig rechtzeitige Vorsorge für das Alter ist, wissen vermutlich viele Menschen. Dennoch schenken viele Anleger diesem Thema noch immer zu wenig Aufmerksamkeit. So sagen zum Beispiel in einer Umfrage von JP Morgan Asset Management ein Drittel der befragten deutschen und österreichischen Frauen, dass sie sich ohne große Pläne durchs Leben treiben ließen. In Europa geben dies sogar 42 Prozent der Befragten an. Für die Studie zum Thema Frauen und Geldanlage wurden 3000 Frauen und zum Vergleich 600 Männer aus acht europäischen Ländern befragt, die schon Spar- und Anlageprodukte benutzen.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Umgekehrt heißt dies jedoch auch, dass zwei Drittel der befragten Frauen in Deutschland und Österreich über einen Lebensplan verfügen. Rund 80 Prozent haben hier gern die Kontrolle. In den acht untersuchten Ländern insgesamt sagen das 71 Prozent der befragten weiblichen Anleger. Viele Frauen seien, was Anlagen anbelangt, nach wie vor sicherheitsorientierter als Männer, heißt es von der Fondsgesellschaft. Sie seien weniger risikofreudig und sehr viel sensibler, wenn es um mögliche Kursschwankungen und Verluste gehe. Daher setzten sie seltener auf ertragstärkere Kapitalmarktinvestments.

          An mangelndem finanziellen Spielraum scheine dies nicht zu liegen, heißt es. Wie die Umfrage zeige, verfügten Europäerinnen im Alter von 30 bis 65 Jahren über ein angespartes Kapital von rund 200 Milliarden Euro. Dies seien nicht die gesamten Ersparnisse, sondern der mögliche zusätzliche Anlagebetrag, den diese für Kapitalmarktanlagen in Betracht zögen, wenn sie die richtige Motivation finden würden. Hierzu zähle ein besseres Verständnis der Kapitalmarktzusammenhänge.

          Acht Typen von Anlegerinnen

          Die Analyse unterteilt Frauen in acht Typen, die entweder eine größere Tendenz zum Sparen oder zum Anlegen haben. Dabei zeigt sich, dass die Gruppe der befragten Frauen mit Affinität zum Anlegen in Deutschland und Österreich mit einem Anteil von 57 Prozent etwas stärker ausgeprägt ist als auf europäischer Ebene mit 53 Prozent. Hier sind besonders viele im Segment „Selbstsicher und kontrolliert“ zu finden (26 Prozent). Diese Anlegerinnen seien gut organisiert; finanzielle Sicherheit und ein sorgenfreier Ruhestand hätten für sie Priorität, heißt es. Mehr als die Hälfte der Gruppe sei älter als 50 Jahre und stehe zum Teil kurz vor dem Ruhestand. Europaweit beträgt der Anteil dieses Anlagetyps nur 16 Prozent.

          Aber auch im sparaffinen Segment ist eine Gruppe von Frauen in Deutschland und Österreich stärker vertreten als insgesamt. Die „erklärten Traditionalistinnen“ sind mit 15 Prozent die drittgrößte Gruppe in der Region (Europa: 12 Prozent). Diese überzeugten Sparer sind nicht bereit, die Komfortzone zu verlassen und Risiken einzugehen. Die Finanzen zu bewahren hat Priorität.

          Auch wenn sie sich finanzielle Unabhängigkeit und einen sorgenfreien Ruhestand wünschten, bevorzuge etwa jede zweite Frau in Deutschland und Österreich Anlagen mit geringen oder keinen Wertschwankungen – dass diese niedrigere Erträge erbrächten, akzeptierten sie, heißt es. Sie seien damit noch weniger risikofreudig als Frauen in den anderen Ländern.

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