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Geldanlage : Der lange Weg zu einem schönen Depot

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Indexfonds schneiden oft besser ab

Schmidt rät daher dem Berufseinsteiger, sein liquides Vermögen zu 50 Prozent in Aktien und in 50 Prozent in Unternehmensanleihen zu investieren. Um einer möglichst breiten Streuung über verschiedene Anlageklassen, idealerweise rund um die Welt, nahezukommen, könnten einige Anleihen in Dollar gekauft werden. „Die monatlichen Zahlungen von vielleicht 200 Euro sollte unser Anleger zunächst zu 100 Prozent in Aktien stecken und diese einige Jahre behalten“, schlägt Schmidt vor. Im Verlauf der Jahre kann und sollte der Anleger dann, wenn das Vermögen nach guten Aktienjahren anwächst, das Depot umschichten und die Aktienquote verringern, um die Ernte auch sicher in den Hafen zu bringen.

Schmidt empfiehlt allerdings, auch die oft versteckten Kosten der Geldanlage zu beachten. Wer sich zu seiner Hausbank begibt, muss sich darauf gefasst machen, dass der Kundenberater mit ihm ein Verkaufsgespräch führt. Gerne verkaufen Sparkassen und Filialbanken hauseigene Fonds. Dafür zahlt der Kunde zunächst einen Ausgabeaufschlag und in allen kommenden Jahren Bestandsprovisionen, die von der Fondsgesellschaft an seine Hausbank überwiesen werden.

Schmidt rät deshalb zu einem Vermögensaufbau mit Hilfe anderer Wertpapiere: Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden und mit denen der Anleger einen Index als eine Art Durchschnitt eines Marktes kauft. Dabei es wichtig, darauf zu achten, dass die Indexfonds den Index nicht nur synthetisch, sondern wirklich auch physisch durch den Kauf von Wertpapieren abbilden. Die ETFs ließen sich ohne Ausgabeaufschlag an der Börse erwerben. „Ein Bankberater bietet solche ETFs aber selten an, weil die Bank damit so gut wie nichts verdient“, sagt Schmidt. Dabei sind die Kosten nicht unerheblich für die Rendite.

Einer der ältesten deutschen Aktienfonds ist der Deka Fonds. Sparkassen verkaufen ihn seit 1956 an ihre Kunden. „Hätten die Großeltern und Eltern unseres Berufseinsteigers von Anfang an bis heute jeden Monat 100 Euro in dem Deka Fonds angelegt, so stünden den Einzahlungen von 70.800 Euro per Ende November Vermögen von 1,46 Millionen Euro gegenüber“, rechnet Schmidt mit Hilfe der von der Dekabank veröffentlichten Daten vor. „Das ist ein Wertzuwachs von etwa 8 Prozent jährlich.“

Indexfonds schneiden nicht selten besser ab als aktiv gemanagte Fonds. Konkret schlägt Schmidt dem Berufseinsteiger vor, seine 10.000 Euro zunächst auf drei Aktienindexfonds und zwei Anleiheindexfonds zu verteilen: Möglich wären etwa jeweils 15 Prozent in einen Dax-ETF, in einen ETF für europäische Aktien (Euro Stoxx 50) und 15 Prozent in einen ETF für Weltaktien (MSCI Word) zu stecken. Jeweils 25 Prozent könnten in zwei Anleiheindexfonds fließen, darunter einer, der in die liquidesten Unternehmenanleihen in Dollar investiert (Markit Iboxx USD Liquid Grade Index), und einer, der in die liquidesten Unternehmensanleihen in Euro investiert (Markit Iboxx EUR Liquid Corporates Large Cap Index). Die monatlichen Sparraten könnten dann, so Schmidts Vorschlag, zunächst weiter in die Aktienindexfonds fließen. „Viele ETF sind ab 25 Euro monatlich besparbar, die Kosten halten sich sehr in Grenzen, vor allem bei einer Direktbank. Man kann jederzeit verkaufen, falls sich etwas Gravierendes im Leben ändert. Man kann aber auch außer der Reihe einen Teil seines Weihnachtsgeldes oder seines Bonus im noch jungen Berufsleben in die ETFs geben“, sagt Schmidt. Am wichtigsten aber, sagt der Honorarberater, sei das Durchhalten trotz fehlender vertraglicher Bindung.

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