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Geldanlage : Aktien für unruhige Zeiten

Bild: Illu

Die Kurse von Aktien schwanken so stark wie lange nicht mehr. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kauft krisenresistente Firmen.

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          Am vergangenen Montag sah es so aus, als müssten sich Deutschlands Anleger auf eine richtig unangenehme Börsenwoche einstellen. Um fast zwei Prozent war der Dax da gefallen, und Sorgen machten sich breit: War das vielleicht erst der Anfang? Mögliche Auslöser für einen weiteren Kursrückgang gab es genug: Da war zunächst der Konflikt des Westens mit Russland - das allein bietet schon genügend Stoff für einen Börsenabsturz. Bald kamen Bedenken wegen eines schwächeren Wachstums in China hinzu. Insgesamt eine ziemlich ungesunde Mischung.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch dann gab der Dax mitnichten nach, sondern stieg mit kleinenen Unterbrechungen wieder auf nahezu 9600 Punkte an. Analysten finden für so etwas im Nachhinein immer eine gute Begründung (dieses Mal war es die Aussicht auf eine weiter lockere Geldpolitik in Europa). Aber Tatsache ist: Damit hat das deutsche Börsenbarometer wieder in etwa jenen Wert erreicht, mit dem es ins Jahr gestartet war.

          Kein Grund zur Aufregung also? Doch. Denn Börsenwochen wie die vergangene hat es in diesem Jahr schon einige gegeben: Erst steil hoch, dann wieder deutlich runter, ein heftiges Auf und Ab. Mehr als einmal hat der Dax dabei die Marke von 10.000 Punkten ins Visier genommen, mehr als einmal einen Rückfall auf nahezu 9000 Punkte hinnehmen müssen. Wenn die Schwankungen an der Börse aber so zunehmen, sich also keine klare Richtung ausmachen lässt, bedeutet das: Die Investoren sind mächtig nervös. Profi-Trader, die an starken Kursbewegungen verdienen, haben ihre helle Freude, der normale Anleger jedoch fragt sich: Welchen Aktien lässt sich trauen, wenn es an der Börse stärker nach unten gehen sollte?

          Dazu muss man sagen: Natürlich existiert dafür keine Zauberformel, in unruhigen Zeiten lassen sich Kursverluste nie gänzlich vermeiden. Aber es gibt in Deutschland robuste Firmen, deren Aktien solche Einbrüche auf Dauer nur wenig anhaben können.

          Energiewende setzt einst stabile Energieversorger-Aktien unter Druck

          Das erste und wichtigste Kriterium bei der Suche nach solchen Unternehmen liegt darum auf der Hand. „Die Firmen müssen über ein stabiles Geschäftsmodell und eine solide Bilanz verfügen“, sagt Georg von Wallwitz, Chef der Münchner Vermögensverwaltung Wallwitz & Eyb. Zu einer soliden Bilanz gehört vor allem eine möglichst geringe Schuldenbelastung im Verhältnis zum Gewinn, zu einem stabilen Geschäftsmodell dagegen etwas anderes - eine gewisse Krisenresistenz. Die zeigt sich beispielsweise an möglichst geringen Gewinnrückgängen im Finanzkrisenjahr 2008.

          Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte selbst ein nur leidlich begabter Fondsmanager nun sofort gewusst, was zu tun ist: Aktien von Energieversorgern wie Eon und RWE kaufen. Doch deren Geschäftsmodell lässt sich längst nicht mehr als stabil bezeichnen, die Energiewende setzt beide Konzerne stark unter Druck.

          Besser geht es da Herstellern von Konsumgütern wie Beiersdorf: Das Unternehmen bringt seine Nivea-Produkte auch in schwierigeren Zeiten leicht unters Volk. Ist die Aktie - ein klassisch defensiver Titel, wie das im Börsenjargon heißt - darum ein Kauf?

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