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„Friends in Banks“ : Mein Date mit der Bankberaterin

Unser Autor hat einen Bankberater gesucht und Riccarda Jetzinger gefunden. Bild: Frank Röth

Kunden der Frankfurter Sparkasse können sich demnächst ihren Berater aussuchen. Es funktioniert wie bei einer Partnervermittlung. Unser Autor hat es als Erster ausprobiert.

          Banken und Sparkassen lassen sich eine Menge einfallen, um Kunden in die Filiale zu locken. Viele Geldinstitute möbeln ihre Geschäftsstellen mächtig auf, mit ultramodernen Monitoren in der Lobby und schicken Sitzecken weiter hinten. Manche Banken versuchen sich nebenbei als Paketshops, wo die Kunden sich ihre Online-Bestellungen abholen können, oder sie haben ein angeschlossenes Restaurant oder Café, in dem sich jeder vom ausgiebigen Beratungsgespräch erholen kann. Die Frankfurter Sparkasse hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie setzt nicht auf eine topmoderne Inneneinrichtung und viel Schnickschnack, um die Kunden zum Kommen zu bewegen, sondern auf Zwischenmenschliches: Jeder Kunde kann sich künftig seinen persönlichen Berater aussuchen, der ähnlich tickt wie er selbst und damit im Idealfall genau zu ihm passt. Funktioniert so ähnlich wie bei einer Partnervermittlung.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Friends in Banks“ heißt das Projekt, das die Frankfurter Sparkasse in den vergangenen zwei Jahren mit großem Schwung vorangetrieben hat. Die Idee ist denkbar einfach und von Online-Datingportalen abgeschaut: Ein Kunde registriert sich auf der Friends-in-Banks-Plattform, beantwortet einen Katalog von zehn Fragen zu seinen privaten Vorlieben, persönlichen Ansichten und ein wenig auch zu seinen Erwartungen an ein Beratungsgespräch. Am Ende bekommt er vom Algorithmus mindestens vier Berater vorgeschlagen, die zu seinem Profil passen: Sparkassenmitarbeiter, die entweder eher förmlich auftreten oder lässig, die in ihrer Freizeit am liebsten Sport treiben oder Konzerte besuchen, die ihren Urlaub bevorzugt am Strand verbringen oder in den Bergen. Dass auch die Kompetenz zählt, versteht sich.

          Das alles klingt so verlockend, dass ich Friends in Banks sofort ausprobieren will – als Erster! Vielleicht finde ich ja den Berater oder die Beraterin meiner Träume, mit dem oder der ich mich nicht nur über Altersvorsorge in Niedrigzinszeiten austauschen kann, sondern nebenbei auch über Tennis, Musik und die besten hawaiianischen Restaurants in der Gegend plaudern kann. Die Sparkasse findet die Idee gut, ich darf vor dem offiziellen Start von Friends in Banks am 23. Januar meinen neuen Sparkassenfreund (oder meine neue Freundin) suchen und hoffentlich finden.

          Zeitgeistiges Sparkassen-Dating

          Einen ähnlichen Beraterfinder bietet die Hamburger Sparkasse schon eine Weile an. Aber dort geht es nur darum, wo ein Kunde den nächstbesten Berater zu einem speziellen Thema findet. Als ich Freunden und Kollegen etwas überspitzt davon erzähle, dass meine Frankfurter Sparkasse eine Art Berater-Vermittlungsportal anbietet, sind die Reaktionen gemischt: Die einen finden die Idee prima und ermutigen mich, es zu testen, die anderen rollen mit den Augen und halten das Sparkassen-Dating für irre zeitgeistig. Manche Kommentare sind erwartungsgemäß flapsig. Auch in der Sparkasse waren die ersten Reaktionen nach dem Projektstart eher heiter. In Anlehnung an eine bekannte Partnervermittlung wurde das Projekt intern „Spar-Ship“ genannt und der dazugehörige Slogan gleich angepasst: „Alle elf Minuten findet ein Frankfurter seinen passenden Bankberater.“

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