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Fondsverband BVI : Börsenboom treibt Fondsvermögen auf Rekordhoch

Bild: F.A.Z.

Altersvorsorgeeinrichtungen werden im Fondsgeschäft immer bedeutender. Der Branchenverband BVI ist der Ansicht noch mehr leisten zu können – wenn besser reguliert würde.

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          2019 war für die deutsche Fondsbranche mit Mittelzuflüssen von netto 119 Milliarden Euro und damit einem Plus von 15 Prozent ein gutes Jahr, obgleich es schwach angefangen hatte. Doch angesichts der steigenden Aktienkurse stieg das verwaltete Vermögen auf den neuen Rekordwert von nunmehr 3,4 Billionen Euro. Diesen Erfolg konnte Tobias Pross, Präsident des Branchenverbandes BVI, stolz auf der Jahrespressekonferenz am Dienstag vermelden.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Immer größer wird dabei das Gewicht der Spezialfonds, also der Vermögen vor allem der Versicherer und Einrichtungen zur Altersvorsorge. Diese ist eines der  zentralen Themen, die den BVI derzeit umtreibt. „Bei der Zukunftssicherung der Bevölkerung geht schon heute an der Fondswirtschaft kein Weg vorbei“, sagte Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. 

          Doch dafür müsse der Staat die Weichen richtig stellen. Als Erfolg verbucht der BVI dabei, dass es gelungen sei, gemeinsam mit Versicherern und Bausparkassen einen Staatsfonds vorerst abzuwenden. In der  diskutierten Form hätte er als Quasi-Pflichtprodukt und Teil der privaten Altersvorsorge den Wettbewerb deutlich verzerrt. Nun gelte es, das geplante Standardprodukt gemeinsam mit dem Finanzministerium weiter zu entwickeln. Eine Vereinfachung der Riester-Rente sei dabei ein guter Ansatz. Diese sie keineswegs gescheitert, so Richter. Kein privates Vorsorgeschema in Europa habe einen so hohen Zuspruch.

          Eine klare Absage erteilt der BVI in diesem Zusammenhang der geplanten Finanztransaktionssteuer. Von den ursprünglichen Zielen, Spekulation zu begrenzen oder die Verantwortlichen für die Finanzkrise zur Kasse zu bitten, habe man sich längst verabschiedet, es gehe nur noch um Steuereinnahmen. Auch der Solidaritätszuschlag auf Kapitaleinkünfte müsse abgeschafft werden.

          Eine Regulierungswende fordert man auch in der EU. Mit der Verordnung zur Nachhaltigkeit (Taxonomie) sei man zufrieden, so Richter, nicht zuletzt weil ihre Anwendung freiwillig bleibt, aber etwa den Unternehmen eine Berichtspflicht auferlegt, die es den Vermögensverwaltern einfacher macht. Allerdings beziehe sich die Taxonomie in der vorgelegten Form nur auf den Klimawandel und damit auf einen recht kleinen Teil des Themenkomplexes.

          Dagegen komme die Kapitalmarktunion nicht vom Fleck Aufgrund falsch verstandenen Verbraucherschutzes werde überreguliert. Der Europäische Infrastrukturfonds ELTIF als neues Vehikel etwa sei ein „Rohrkrepierer“ und die in den Anlegerschutzrichtlinien vorgeschriebenen Warnhinweise für Wertpapiere schreckten Anleger vom Kauf ab. „Anschließend fragt sich die EU, warum die Kapitalmarktunion nicht funktioniert“, sagt Richter. Dabei will er sich nicht falsch verstanden wissen: „Wir lieben dieses Projekt.“

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