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Neue Bepreisung : Ein Gratiskonto weniger

Die kostenlose Girokarte gibt es bei vielen Banken nur noch unter bestimmten Voraussetzungen. Bild: dpa

Die Fidor Bank führt ein neues Gebührenmodell ein. Was steckt dahinter?

          Es gehört zum Erwachsenwerden mit dazu: Irgendwann müssen schwierige Entscheidungen getroffen werden. Und so kann man auch sagen, dass die im Jahr 2009 gegründete Fidor Bank langsam erwachsen wird und dem Status eines Fintechs entwächst. Seit dem Jahr 2010 bietet Fidor ein Konto für Geschäfts- und Privatkunden an.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es sollte die Standards wie Kreditkarte und Investitionen in Edelmetalle, Sparbriefe oder Fremdwährungen bieten und gleichzeitig innovativer sein: Investitionen in Digitalwährungen sind direkt möglich, auch bei Themen wie Social Lending oder Social Trading war sie immer gut mit dabei. Hierbei wird auf den Schwarm – also viele Internetnutzer – gesetzt, die dann vermeintlich klügere Entscheidungen treffen als der Einzelne, etwa wenn es darum geht, Geld zu leihen oder das Depot zu verwalten.

          Das alles gab es bis jetzt kostenlos, und das soll sich nun ändern. So führt die Bank einen Basispreis von 5 Euro für das Girokonto ein. Davon können die Kunden aber befreit werden, sobald sie 10 Transaktionen auf ihrem Konto durchführen. Dazu gehören eingehende und ausgehende Überweisungen, Geldauszahlungen oder auch Zahlungen mit der Kreditkarte oder anderen mobilen Bezahlverfahren wie Apple Pay. Apropos: Auch die Fidor Smartcard, eine Verschmelzung aus Kreditkarte und Girokarte wird demnächst mit 2 Euro je Monat bepreist.

          Woher kommt der Sinneswandel?

          Offiziell heißt es von Fidor-Vorstandsmitglied Stefan Spannagl: „Wir wollen zeitgemäße professionelle Services anbieten und weiter ausbauen. Gleichzeitig möchten wir unsere treuen und aktiven Kunden belohnen. Mit dem neuen Bonus-Modell erreichen wir genau das.“ Es klingt zwischen den Zeilen also durch: Es geht um das liebe Geld. Denn natürlich kostet das Angebot eines Kontos auch Geld.

          Mit der neuen Bepreisung möchte Fidor zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen möchte sich die Bank wohl von Karteileichen verabschieden. Gerade Fintechs haben damit zu kämpfen, dass viele Kunden sich registrieren, um das Produkt kostenlos auszuprobieren – und um dann weiterzuziehen, um das nächste auszuprobieren. Wenignutzer sollen dagegen überzeugt werden, das Fidor-Konto häufiger zu nutzen. Ob diese Rechnung aufgeht oder Fidor viele zahlende Kunden verlieren wird, ist zumindest unsicher.

          Auch andere Fintechs experimentieren immer wieder mit der richtigen Bepreisung. So hat N26 ein kostenloses Basiskonto. Doch mit N26 You und N26 Metal auch zwei mit zum Teil happiger Bepreisung. N26 You, bei dem unter anderem kostenlose Abhebungen auf der ganzen Welt möglich sind oder ein Versicherungspaket der Allianz, kostet knapp 10 Euro im Monat. Für N26 Metal werden sogar 17 Euro im Monat fällig, um die schicke Metallkarte zum Bezahlen nutzen zu können.

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