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Indexfonds : So baue ich mir ein ETF-Portfolio

Bild: F.A.Z.

Besser unter dem Gesichtspunkt der Streuung aber ist es, sein Geld in Indizes anzulegen, die die Wertentwicklung von Aktien aus der ganzen Welt abbilden. Zwei Barometer eignen sich dafür besonders gut: auf der einen Seite der sogenannte MSCI World, der trotz seines Namens allein die Wertentwicklung großer Aktiengesellschaften aus den wichtigsten Industriestaaten der Welt abbildet. Und auf der anderen Seite der MSCI Emerging Markets, der das gleiche für Aktiengesellschaften aus Schwellenländern tut. Wer sich für die zwei Indizes entscheidet, kann sein für die Aktienanlage bestimmtes Geld nach einer einfachen Faustformel auf sie aufteilen: Ein Drittel kann man in den Schwellenländer-Index investieren und zwei Drittel in die Industriestaaten - das entspricht ganz grob den Kräfteverhältnissen der börsennotierten Firmen aus diesen beiden Teilen der Welt.

Die Suche nach dem richtigen Anleiheindex für das ETF-Portfolio muss dagegen nicht die ganze Welt umfassen, auch wenn es ETF auf weltweite Anleihebarometer natürlich gibt. Viele Experten raten aber, besser auf Indizes wie den „IBoxx Euro Sovereigns“ zu setzen, der die Wertentwicklung europäischer Staatsanleihen abbildet. Dies hat vor allem einen Vorteil: In der Vergangenheit hat sich der Index meist positiv entwickelt, wenn die Kurse an den Börsen fielen - eine wirksame Versicherung gegen Verluste. Bei welchem Anbieter aber sollen Anleger Aktien- oder Anleihe-ETF für ihr Portfolio kaufen? Eine Auswahl an günstigen Indexfonds hat das Analysehaus Morningstar für die F.A.S. zusammengestellt (siehe Tabelle).

Das Rebalancing

Das ETF-Portfolio ist nun weitgehend zusammengebaut. Eines aber dürfen Anleger nicht vergessen: Einmal im Jahr sollten sie sich die Wertentwicklung ihres Portfolios genauer anschauen - und zwar sowohl den Aktien- als auch den Anleiheanteil. Denn möglicherweise hat sich das Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen in diesem Zeitraum dramatisch verändert.

Haben sich beispielsweise die Aktienkurse deutlich besser entwickelt als die Anleihen, hat dies automatisch einen Anstieg des Aktienanteils zur Folge. Aus einer defensiven Portfolioaufteilung (30 Prozent Aktien, 70 Prozent Anleihen) kann dann schnell das Gegenteil werden: Ein Portfolio, das eigentlich zur Vermeidung von Risiken gedacht war, wird ziemlich riskant.

Darum ist das sogenannte Rebalancing so wichtig. So bezeichnen Profianleger den Prozess des Umschichtens, der nun ansteht: Er dient dazu, zu den ursprünglich festgelegten Aktien- und Anleihequoten zurückzukehren. Im Beispielfall müssten Anleger also so viele Anteile an Aktien-ETF verkaufen, bis ihr Portfolio sich wieder aus 30 Prozent Aktien und 70 Prozent Anleihen zusammensetzt. Eine zweite, teurere Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, geht so: Einfach so lange in zusätzliche Anteile von Anleihe-ETF investieren, bis das Ausgangsverhältnis wieder erreicht ist.

Sich jahrelang sklavisch an die einmal festgelegte Quote zu halten, wäre jedoch grundfalsch: Je nach Lebenssituation kann es sinnvoll sein, über die Aufteilung des eigenen Geldes noch einmal grundsätzlich neu nachzudenken.

Dass der Hype um Indexfonds in Zukunft abnehmen wird, ist jedenfalls nicht zu erwarten. Selbst Börsenstars wie Warren Buffett empfehlen Anlegern mittlerweile, in großem Stil in ETF zu investieren.

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