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ESG-Ratings : Warum Nachhaltigkeit so schwer zu beurteilen ist

Geld anlegen und Umwelt schützen: Das ist lobenswert, aber gar nicht so leicht. Bild: mauritius images / age fotostock

Ratingagenturen bewerten, wie nachhaltig ein Unternehmen ist. Doch die Noten weichen oft stark voneinander ab. Für engagierte Anleger ist dies wenig hilfreich.

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          Der Trend zur nachhaltigen Geldanlage ist ungebrochen. Immer mehr Anleger legen nicht nur Wert auf eine auskömmliche Rendite, sondern darüber hinaus auch auf Klimaschutz und anderes mehr, was ein gutes Gewissen verschafft. Folglich bieten Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter immer neue Produkte an, die auf Nachhaltigkeit getrimmt sind. 2019 waren in Deutschland laut dem Forum Nachhaltige Geldanlagen schon rund 270 Milliarden Euro nachhaltig angelegt, 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ansinnen, einträglich und zugleich verantwortungsvoll anzulegen, ist lobenswert, hat aber einen entscheidenden Haken: Wie erkennt man, ob ein Unternehmen die Umwelt schont und seine Mitarbeiter und Lieferanten gut behandelt oder ob es nur so tut? Oder allgemein gefragt: Was ist Nachhaltigkeit überhaupt?

          Schmuddelfirmen werden ausgeschlossen

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Einig sind sich die meisten Anleger, dass Unternehmen, die ihr Geld mit Landminen, Pornographie, Tabak, Glücksspiel und ähnlichem Schmuddelkram verdienen, im erwählten Kreis der Nachhaltigen nichts zu suchen haben. Alle anderen Firmen werden zumeist anhand dreier Kriterien analysiert, die unter dem Kürzel ESG zusammengefasst werden: Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Die Einschätzung übernehmen spezialisierte Ratingagenturen, die Unternehmensberichte durchforsten, verfügbare Informationen sammeln und gewichten und auf dieser Basis eine ESG-Note vergeben. Klingt nach einem guten System, geht aber in der Praxis oft schief.

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