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Erhebung : Eine Billion zinslos auf Girokonten

Cent-Beträge sind es nicht, die auf Girokonten lagern. Bild: dpa

Die Deutschen halten mehr Geld als je zuvor auf dem Girokonto. Mit mehr als einer Billion Euro erreicht das Girovolumen ein historisches Rekordhoch.

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          Die Deutschen halten mehr Geld als je zuvor auf ihren Girokonten. Mit mehr als einer Billion Euro erreichte das Volumen im April einen historischen Höchststand. Seit dem Jahr 2013 hat sich der Betrag ungefähr verdoppelt. Das geht aus einer Analyse des Fintech-Unternehmens Deposit Solutions hervor, die der F.A.Z. vorliegt. Mindestens 42 Prozent des Gesamtgeldvolumens auf deutschen Konten blieben damit allein schon aus diesem Grund unverzinst. Das seien rechnerisch mehr als 14 000 Euro je Bundesbürger, heißt es in der Studie. Hinzu kommen Gelder auf Tagesgeldkonten bei Banken, die auch auf diese keine Zinsen mehr zahlen – oder sogar Negativzinsen erheben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im europäischen Vergleich liege Deutschland mit seinem Giro-Anteil im Mittelfeld, heißt es in der Studie weiter. Tagesgeld hingegen sei eigentlich nur noch in Deutschland ein relevanter Bestandteil des Sparens und spiele sonst kaum noch eine Rolle. Die „wahren“ Sparweltmeister seien zudem gar nicht die Deutschen, sondern die Niederländer: Im Nachbarland lägen nämlich 80 Prozent des Geldes auf Spar- und nur 20 Prozent auf Girokonten. Bei der Nutzung von Sicht- gegenüber Termineinlagen ließen sich in Europa zwei Lager unterscheiden: Deutsche, Italiener und Briten tendierten dazu, ihr Geld flexibel auf Giro- und Tagesgeldkonten zu halten. Nur rund ein Drittel ihres Geldes liege an Fristen gebunden auf Festgeld- oder Sparkonten. Franzosen dagegen legten zwei Drittel ihres Geldes fest an und hielten nur ein Drittel flexibel abrufbar auf Giro- und Tagesgeldkonten. Im Zeitablauf sei die Verteilung der Ersparnisse zwischen verzinslichen und unverzinslichen Konten in den Ländern relativ stabil.

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