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Ein Einführungskurs : Aktien für Dummies

Welche Aktie ist die richtige?

Grundsätzlich unterscheidet man grob zwei Sorten von Aktien: Wachstumsaktien (Growth stocks) und Substanzaktien (Value stocks). Erstere sind Anteile an Unternehmen, die Großes vorhaben: Von ihnen wird hohes Wachstum erwartet. Da solch große Pläne Geld kosten, gibt es von diesen Unternehmen in der Regel keine oder nur geringe Dividenden. Wer Wachstumsaktien kauft, hofft, dass entsprechende Erfolgsmeldungen Anleger zu mehr Aktienkäufen bewegen, und der Kurs auf diese Weise stark steigt. Wachstumsaktien sind deshalb riskanter und ihre Kurse schwanken häufig stärker.

Substanzaktien kommen von Unternehmen, die vor allem eine große Gegenwart haben. Sie verdienen gut und können auf diese Weise kontinuierlich hohe Dividenden zahlen. Sie machen aber keine großen Sprünge mehr – auch nicht an der Börse. Wer Substanzaktien kauft, möchte vor allem regelmäßig Ausschüttungen erhalten. Je stabiler und gewinnbringender diese Unternehmen wirtschaften, desto besser und stabiler entwickelt sich in der Regel auch ihr Kurs.

Ob sich der Kauf einer bestimmten Aktie lohnt oder nicht, richtet sich danach, wie man die Aktie bewertet.

Warum sind Aktien riskant?

Der Preis von Aktien richtet sich nicht nach dem Wert des Unternehmens, sondern danach, was ein Anleger glaubt, dass die anderen denken, was das Unternehmen wert ist. Und danach, was alle anderen glauben, dass allgemein der Wert des Unternehmens ist. Diese Erkenntnis stammt aus den Dreißiger Jahren von dem berühmten Ökonomen und Investor John Maynard Keynes. Der Preis einer Aktie richtet sich also nicht nach Geschäftszahlen, sondern nach ihrer Interpretation und den dadurch geweckten Erwartungen. Sind die eigenen Erwartungen höher als die der anderen Anleger, wird sich ein Aktienkurs schlechter entwickeln als erhofft, selbst wenn man eigentlich Recht hat. Ändern sich Erwartungen rasch, reagiert auch der Kurs stark. Das kann im ungünstigsten Fall zu einem raschen Preisverfall führen.

Zudem reagieren Anleger auch auf volkswirtschaftliche Faktoren: Wenn viele Anleger gleichzeitig zu der Ansicht gelangen, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten deutlich verschlechtern werden, bieten auf einmal sehr viele Anleger ihre Aktien zum Verkauf an. Da dann in der Regel weitere Investoren mitziehen, fallen viele Aktienkurse gleichzeitig. Dies bezeichnet man als „Baisse“ (Senkung) oder Bärenmarkt. Fallen die Kurse sehr stark, spricht man von einem Börsenkrach, heute üblicherweise von einem „Crash“. Steigen die Kurse, nennt man dies „Hausse“ (Anstieg) oder Bullenmarkt.

Mehr zur Geschichte des Dax und seinen Aufs und Abs

Wie verhält man sich, wenn man Aktien gekauft hat?

Professionelle Anleger überwachen ihre Aktien laufend und reagieren kurzfristig, wenn sie ihre Einschätzung verändern. Das ist für Privatanleger meist nicht möglich. Privatanleger, die kurzfristig auf Veränderungen reagieren, tun dies meist zur falschen Zeit. Es empfiehlt sich daher, von vornherein Aktien auszuwählen, deren Kurs von kurzfristigen Faktoren weniger stark beeinflusst wird.

Nichtsdestotrotz müssen auch private Anleger die Entwicklung ihrer Aktien beobachten. Dabei ist geraten, sich Ziele zu stecken. Entspricht die Wertentwicklung einer Anlage im vorgegebenen Zeitraum nicht den Erwartungen, sollte man sich von dieser trennen. Steigt der Wert einer Aktienanlage in einem Portfolio sehr stark, empfiehlt es sich, Stücke zu verkaufen, damit der Wert des Portfolios nicht zu sehr von einer einzelnen Position abhängt.

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