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Freibetrag sinkt : Auch DKB verlangt Negativzinsen ab 50.000 Euro

Auch Du? Die DKB senkt den Freibetrag für Negativzinsen. Bild: Picture-Alliance

Die Schwellen, von denen an die Banken Negativzinsen oder Verwahrentgelte berechnen, sinken immer weiter. Insgesamt lassen jetzt 520 Institute in Deutschland ihre Kunden fürs Ersparte zahlen.

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          Die Berliner Direktbank DKB, eigentlich wegen niedrigen Kosten bei jüngeren und sparsamen Kunden beliebt, senkt ihren Freibetrag für Negativzinsen. Entsprechende Berichte hat ein Sprecher am Donnerstag der F.A.Z. bestätigt. Von Neukunden werde ab dem 1. September auf Giro- und Tagesgeldkonten ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent für Guthaben von mehr als 50.000 Euro verlangt. Zuvor lag der Freibetrag bei 100.000 Euro.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auch Bestandskunden sollen von den Negativzinsen nicht länger verschont werden. In den kommenden Tagen werde die Bank Kunden mit besonders hohen Einlagen kontaktieren, um mit diesen ein Verwahrentgelt zu vereinbaren.  

          Wegen sinkender Zinsmargen und deutlich steigender Einlagen sehe man sich gezwungen, den Negativzins der Europäischen Zentralbank stärker an Kunden weiterzugeben, sagte der Banksprecher. Zuletzt hatten die Commerzbank und die Postbank die Grenze für Negativzinsen auf 50.000 Euro herabgesetzt. Die Direktbank ING, ein wichtiger Konkurrent der DKB,  hat diesen Schritt für November angekündigt.

          Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands, hatte vor wenigen Tagen in einem Bloomberg-Interview gesagt, er gehe davon aus, dass sich der Branchentrend zur Berechnung von Verwahrentgelten bei gleichzeitiger Absenkung der Freigrenzen fortsetzen werde.

          Der Stuttgarter Bankenprofessor Hans-Peter Burghof hatte sogar die Ansicht vertreten, es sei womöglich die ehrlichere Lösung, wenn Banken von allen ohne Freibeträge Negativzinsen verlangen würden, statt immer wieder an der Gebührenschraube zu drehen. Die Alternative Bank Schweiz, einst einer der Pioniere der Negativzinsen, war zuletzt diesen Weg gegangen.

          Nach Zahlen des Vergleichsportals Biallo nehmen mittlerweile 520 Institute in Deutschland von Kunden Negativzinsen, davon 483 Banken und Sparkassen auch von Privatkunden.

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