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DIW-Studie : Die Kindheit prägt das Finanzverhalten

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Richtigen Umgang mit Geld lernen: In der Kindheit werden die Weichen für das Finanzverhalten als Erwachsener gestellt. Bild: Picture-Alliance

Um das Finanzverhalten von Erwachsenen zu verbessern, ist offenbar in der Kindheit eine finanzielle Erziehung durch Eltern und Schule notwendig.

          Viele Menschen wissen nicht genau, wie sie ihr Geld gewinnbringend anlegen oder einen günstigen Kredit bekommen können. Das ist aus zahlreichen Studien bekannt, und oft wird auch ein Schulfach „Wirtschaft“ gefordert, um dem entgegenzuwirken. In einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist nun genauer untersucht worden, welche Faktoren das Finanzverhalten Erwachsener beeinflussen.

          „Finanzielle Bildung, zum Beispiel in Form von speziellen Finanztrainings, kann zwar helfen, das Finanzverhalten Erwachsener zu verbessern“, sagt Lukas Menkhoff, Finanzfachmann am DIW. Mit der DIW-Ökonomin Antonia Grohmann hat er untersucht, welchen Einfluss der familiäre Hintergrund und andere Kindheitserfahrungen auf die Finanzbildung haben. „Die Ergebnisse unserer Fallstudie zeigen, dass die Erziehung der Eltern, aber auch die Schule die Finanzbildung und damit auch das Verhalten entscheidend beeinflussen“, sagen die Autoren.

          So ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand sein Geldvermögen über mehrere Anlageformen streut, um 13 Prozent höher, wenn er Wirtschaft als Schulfach hatte. Menschen mit einer qualitativ besseren Schulbildung haben sogar ein um durchschnittlich 23 Prozent breiter gestreutes Finanzportfolio.

          Mit Hilfe einer sogenannten Mediationsanalyse können die DIW-Wissenschaftler nicht nur bestimmen, welche Faktoren wie stark auf die finanzielle Bildung und das Finanzverhalten wirken, sondern auch, ob sie direkt oder indirekt Einfluss nehmen. Dabei zeigt sich, dass die finanzielle Erziehung der Eltern und Kindheitserfahrungen mit Geld direkt mit finanzieller Bildung zusammenhängen.

          Die Qualität der Schulbildung und Wirtschaft als Schulfach wirken nur mittelbar, indem sie die Rechenfertigkeiten verbessern. „Ein gutes Verständnis für Zahlen und eine Affinität zum Rechnen fördern natürlich die finanzielle Bildung und damit letztlich auch gutes Finanzverhalten“, sagt Grohmann. „Aber die Erziehung ist mindestens genauso wichtig.“ Interessanterweise hat der Bildungshintergrund der Eltern der DIW-Studie zufolge keinen Einfluss auf das spätere Finanzverhalten der Kinder.

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