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Die Vermögensfrage : Sollten Anleger Wahlen beachten?

  • -Aktualisiert am

Der Trump-Effekt: Wie stark wird er sein? Bild: Reuters

Alle schauen auf Trump und fürchten Aktienkurseinbrüche, sollte er die Wahl gewinnen. Tatsächlich zeigt ein Blick auf Amerika, warum Anleger gut beraten sind, auf Wahlen zu achten.

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          In diesen Tagen beschäftigt die Medien, Leser, Radiohörer und Fernsehzuschauer in Kommentaren und Analysen, in Talkshows und Live-Übertragungen aus dem amerikanischen Wahlkampf vor allem die Frage: Wer wird von den beiden Kandidaten Präsidentin oder Präsident? Im Vordergrund der Wahrnehmungen stehen in der Öffentlichkeit vorwiegend die Peinlichkeiten und mögliche Verfehlungen der Kontrahenten. Aber vom Ausgang der Wahl hängen möglicherweise politische Veränderungen ab und in der Folge dann auch wirtschaftliche. Darüber machen sich nicht nur Unternehmen und Unternehmer Gedanken, sondern besonders auch diejenigen, die Zins- und Aktienkapital verwalten. Dazu gibt es inzwischen vielfache Kommentierungen und Meinungsäußerungen aus dem Kreise der Manager von Investmentfonds. So wird beispielsweise bei einem Sieg von Hillary Clinton mit stabileren Märkten (als bei Trump) und eher mit einem Anstieg der Zinsen in den Vereinigten Staaten gerechnet. Ein anderer Kommentar geht gerade wegen der erhöhten Unsicherheit politischer Veränderungen durch Trump von steigenden Zinsen durch Zinsentscheidungen der amerikanischen Zentralbank Fed aus. Beim Thema Aktien reagieren die Märkte aktuell auf jeden Prozentpunkt, den Trump gegenüber Clinton in Umfragen aufholt, mit einem Kursrückgang. Im Umkehrschluss wird aus Sicht erfahrener Fondsmanager bei einem Sieg Clintons der Dax eine Jahresendrally hinlegen können.

          Wenn man die sehr speziellen Entwicklungen und Irritationen dieses Wahlkampfes außer Acht lässt, kann die grundsätzliche Frage, inwieweit Wahljahre bestimmte Entwicklungen der Aktienmärkte erwarten lassen, ein spannendes Thema für die Kapitalmarktforschung sein; speziell der Einfluss des Anlegerverhaltens auf die Preise am Kapitalmarkt. Dass es dabei nicht immer rational zugeht, wird seit den neunziger Jahren zunehmend erforscht. Besonders saisonale Muster bieten Ansatzpunkte für Investmentfonds, die auf Trendfolgesystemen beruhen. Dabei reichen die saisonalen Muster von 10-Jahres-Wirtschaftszyklen über Jahreszeitenzyklen wie beispielsweise dem Halloween-Effekt, dem Januar-Effekte Mondzyklen-bis eben hin zum Wahlzyklus. Es liegt nahe, dass sich in diesem Jahr Artikel und Zitate zum Präsidentschaftswahlzyklus großer Beliebtheit erfreuen. Der Versuch, aus vergangenen Zyklen Informationen zum Verlauf dieses Wahljahres zu ziehen, stößt sowohl unter privaten als auch unter professionellen Anlegern auf Interesse. Tatsächlich gibt es in wissenschaftlichen Publikationen Forschungsergebnisse, die auf einen Zusammenhang zwischen dem amerikanischen Präsidentschaftswahl-Zyklus und Aktienkursen hinweisen.

          Zwei Forscher der Erasmus University Rotterdam (Wong und McAleer) untersuchten den Verlauf des amerikanischen Aktienindex S&P 500 in Bezug auf den Präsidentschaftszyklus über eine Zeitspanne von 40 Jahren hinweg, was zehn Wahlzyklen entspricht. Sie fanden heraus, dass amerikanische Aktien in der Regel in der ersten Hälfte der Amtsperiode des Präsidenten fallen und dann, besonders im dritten Jahr der Amtsperiode, stark steigen. Kurios ist, dass sie dabei feststellten, dass die Präsidenten der Republikaner aktiver Politik betreiben, um wiedergewählt zu werden, als die Demokraten und entsprechend Versprechungen im letzten Jahr des Wahlzyklus abgeben. Auffällig dabei ist, dass dennoch die besten Aktienjahre in die Regierungszeiten der Demokraten fallen (Wong & Mc-Aleer, 2008).

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