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Konto wechseln : Der Ärger der Bankkunden wächst

Manche Finanzinstitute locken mit Wechselprämien

Laut Herbst leiten manche Kreditinstitute den Kunden im Internet durch verschiedene hierfür maßgeschneiderte Seiten, oder sie nehmen das Ganze mit entsprechenden Vollmachten selbst in die Hand. Dieser Service sei in der Regel kostenlos. „Denn viele Banken sind sehr daran interessiert, neue Kunden zu gewinnen, um ihnen später Produkte verkaufen zu können“, sagt Herbst. Vor allem über ein Gehaltsgirokonto bekämen die Institute alle wichtigen Einblicke in das Leben eines Kunden, die sie benötigten, um ihm passende Kreditverträge, Fonds oder Versicherungspolicen anzubieten.

Zwar sind die Summen nicht so hoch wie im Fußball, doch manche Finanzinstitute buhlen so um die Gunst der Kunden, dass sie sogar Wechselprämien oder einen Bonus zahlen, wenn es um ein neues Gehaltskonto geht. Die Commerzbank bietet hierfür 50 Euro, wie auch die Consorsbank, die DAB Bank oder die Volkswagen Bank. Die ING Diba verspricht ihren Neukunden 75 Euro, bei der Comdirect Bank sind es 100 Euro. Die Tochtergesellschaft der Frankfurter Sparkasse, 1822 direkt, stellt bis Ende Januar 2016 sogar 120 Euro in Aussicht. Herbst verweist auf andere Banken wie die Postbank, die neue Kunden wiederum mit Gutscheinen locken wolle.

Genauer Vergleich bei Wechsel lohnt sich

Was in jedem Fall bei einem Kontowechsel bleibt – unabhängig davon, wie sehr die Bank ihren neuen Kunden unterstützt: der Neue muss sich identifizieren. Bei einer Filiale vor Ort ist dies vergleichsweise einfach möglich, auch wenn manche Institute auf vorherige Terminvereinbarungen beharren. Bei vielen Online-Banken könne der Kunde hierzu inzwischen nicht nur das „Postident“-Verfahren der Deutschen Post nutzen, sondern digitale Verfahren, erläutert Herbst. Dies gehe zum Beispiel bei Comdirect, der ING Diba, DKB oder einigen PSD-Filialen. So ist auf der Internetseite von Comdirect zu lesen: Per Videoident könne die Identitätsfeststellung mit Videoübertragung am Computer, Smartphone oder dem Tablet einfach zu Hause online vorgenommen werden. Der Kunde müsse dafür nur einen gültigen deutschen Personalausweis oder Reisepass bereithalten.

Freilich gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Banken und Sparkassen und auch den Konten innerhalb eines Instituts. Der genaue Vergleich lohnt sich. Das meiste Geld lässt sich in der Regel sparen, wenn Kunden ihr Girokonto online, also über das Internet führen. Doch genau das wollen viele nicht – auch, weil sie Sicherheitsbedenken haben.

Vieles, was auf den ersten Blick kostenfrei erscheint, ist dies nur unter gewissen Bedingungen. Manche Institute langen dann kräftig zu, falls etwa plötzlich Schecks ins Spiel kommen. Andere verlangen sogar Geld dafür, wenn der Kunde am Bankterminal selbst überweist. Gerade bei einigen Sparkassen sei dies der Fall, warnt Herbst. So nehme die Stadtsparkasse Wuppertal 1,90 Euro für eine solche Überweisung. Bei der Sparkasse Augsburg seien es 1,50 Euro, um nur einige Beispiele zu nennen. Dies müsse sich kein Kunde gefallen lassen, er könnte dann über einen Wechsel nachdenken.

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