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Umfrage : Das Sparbuch erfährt wieder mehr Liebe

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Deutschen fühlen sich unsicherer als noch vor Jahresfrist. So ist das Traditionelle wieder gefragt: Sparbuch und Lebensversicherung.

          Wenn Menschen sich unsicher oder bedroht fühlen, greifen sie nach allem, was ihnen Sicherheit verspricht. das ist nicht immer sinnvoll. Etwa wenn sie aggressiv reagieren und damit just genau die Feindseligkeit hervorrufen, von der sie sich bedroht fühlten.

          Folgt man der Studie der Vermögensverwaltung der Gothaer Versicherung, für die alljährlich rund 1.000 Bundesbürger befragt werden, so wirkt sich die derzeit herrschende politische Unsicherheit auch auf die Geldanlage aus. Zumindest sagt das von sich fast jeder Dritte. Vor Jahresfrist war es nur jeder Fünfte.

          Liebe zu 0,03 Prozent Zins

          Zugenommen hat auch der Anteil der Befragten, für die Sicherheit das Wichtigste an einer Geldanlage ist. Waren es 2018 noch 52 Prozent, so waren es zuletzt 57 Prozent. 2015 waren es sogar nur43 Prozent. Nur ein kleiner Teil der Anleger, nämlich 9 Prozent streben nach einer hohen Rendite.

          Das hat praktische Konsequenzen: Das Sparbuch,  liegt auf der Beliebtheitsskala aktuell mit 48 Prozent an erster Stelle, 2018 waren es nur 39 Prozent.

          Das kontrastiert schon ein wenig damit, dass 58 Prozent der Befragten befürchten, dass es zu einem starken Preisanstieg und zu einer Entwertung der Geldanlagen kommt. Denn mit durchschnittlich 0,03 Prozent schützt der Sparbuchzins derzeit gewiss nicht vor Geldentwertung. Das spricht nicht per se gegen ein Sparbuch. Als Liquiditätsreserve, die etwas kosten darf, ist es immer noch geeignet.

          Auch andere als sicher geltende Anlagen sind gefragter: 32 Prozent der Deutschen haben einen Bausparvertrag, mehr als im Vorjahr. Und auch die Lebensversicherung ist in der Gunst der Anleger wieder gestiegen.

          Immerhin investiert jeder Vierte mittlerweile auch in Fonds. 2017 war es nur jeder Sechste. Dabei liegen Aktien- und Mischfonds mit je 40 Prozent weiter vorne.

          Zu spät in Fonds?

          Allerdings gibt dieser Anstieg auch wieder Anlass zu der Befürchtung, dass die Enttäuschung auf dem Fuß folgen wird. Denn die Aktienbörsen sind zwischen 2009 und 2018 schon gut gelaufen. 2018 selbst war eher schwach und das gibt zur Befürchtung Anlass, dass eine eher schwächere Phase folgen wird. Dann wären viele Anleger einmal mehr zu spät aufgesprungen, was dem altbekannten Muster entsprechen würde: Zu spät, dann erschrocken abspringend und danach so enttäuscht, dass man beim nächsten Zyklus wieder zu spät aufspringt.

          Christof Kessler, Vorstandssprecher der Gothaer Asset Management AG, ist da optimistischer: Das Ergebnis zeige, dass viele Anleger die Bedeutung der Diversifizierung erkannt hätten und Chancen und Risiken breiter streuten, vor allem durch den Einsatz von Mischfonds.

          Insgesamt stieg die Anlagebereitschaft, die Risikobereitschaft ist aber unverändert niedrig: nur 27 Prozent der Befragten wären bereit, bei der Geldanlage zu Gunsten einer höheren Rendite ein höheres Risiko einzugehen.

          Erstaunlich nennt die Gothaer, dass der Anteil der Befragten, die die Niedrigzinspolitik der EZB für richtig halten, spürbar von auf 39 Prozent gestiegen sei. Bei der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen seien es  sogar 47 Prozent. Kessler sieht darin möglicherweise einen Gewöhnungseffekt.

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