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Vergleichsvereinbarung : Eine Milliarde Euro für P&R-Gläubiger

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Viele Anleger haben mit einer P&R-Container-Anlage viel Geld verloren. Bild: dpa

Die Anleger des Container-Vermieters P&R können nach Schätzungen von Insolvenzverwalter Michael Jaffe mit einer Entschädigung in Milliardenhöhe rechnen.

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          Die rund 54.000 Gläubiger von P&R, des skandalumwitterten, insolventen Anbieters von Investments, können nach Abschluss von Vergleichsvereinbarungen hoffen, schon in naher Zukunft einen Teil ihres Geldes wiederzusehen. Insgesamt wollen die Insolvenzverwalter aus der Verwertung der Container eine Milliarde Euro erwirtschaften und an die Gläubiger verteilen. Schon bis zum Jahresende will man mehr als 250 Millionen Euro einnehmen.

          Im November sollen diejenigen Forderungen formal festgestellt werden, für die unterzeichnete Vergleichsvereinbarungen vorliegen. Diese Feststellung ist Voraussetzung für eine Teilnahme an Abschlagsverteilungen. Letztlich soll allen Gläubiger eine Vergleichsvorschlag vorgelegt werden. Das feststellbare Forderungsvolumen schätzen die Insolvenzverwalter Michael Jaffé und Philip Heinke auf etwas mehr als drei Milliarden Euro.

          Die Verwertung der Containerflotte, im Wesentlichen aus Vermietung, zeige aktuell ein sehr positives Bild. „Es zeigt sich, dass die Entscheidung, keinen Notverkauf vorzunehmen, sondern die Gläubiger davon zu überzeugen, die Containerverwertung ungestört fortzusetzen und die Erlöse im Interesse aller zu sichern, absolut richtig war. Wären die Strukturen zusammengebrochen, wären die Gläubiger leer ausgegangen“, sagt Jaffé.

          Aus Ansprüchen gegen ehemalige Geschäftsführer und Berater sei nicht mit Erlösen zu rechnen, die die Quote nennenswert erhöhe. Viel mehr versprechen sich die Insolvenzverwalter dagegen von möglichen Rückzahlungen von an Anleger geleisteten Zahlungen.

          Rückschläge gab es zuletzt für Anleger, die den Alleingang gewählt hatten. So entschied nach Mitteilung der Insolvenzverwalter das OLG München Anfang September, dass Anleger ohne Eigentumszertifikat weder Anspruch auf einen Container noch gegen die nicht insolvente Schweizer Gesellschaft haben. Das Landgericht Bonn hatte im Sommer überdies geurteilt, dass einem Anleger mit Zertifikat gleichfalls kein bevorrechtigter Anspruch auf Mietzahlungen aus diesem Container zustehe.

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