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„Frag den Mohr“ : Soll ich jetzt Bitcoin kaufen?

Das Bitcoin-Symbol vor einer Kneipe in Berlin-Kreuzberg Bild: dpa

Bitcoin ist im Höhenflug. Praktischer Nutzen und Eignung zur Wertaufbewahrung werden positiver eingeschätzt. Alles nur eine Blase? Schneller Rat in zwei Minuten.

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          Unbedingt! Rufen die einen. Der Preis steige bald auf 500.000 Dollar. Bloß nicht! Rufen die anderen. Das ist doch ein wertloses Phantasiegebilde. Fakt ist: Der Preis hat sich zuletzt deutlich erhöht. Gut 18.000 Dollar kostet ein Bitcoin derzeit. Ein Anstieg um 40 Prozent in einem Monat und um 150 Prozent seit dem Frühjahr. Der Bezahldienst Paypal hat der Sache neuen Schub verliehen. In Amerika können Paypal-Kunden über die Plattform nun Bitcoin kaufen, verkaufen und verwalten. Das ist ein gewaltiger Schritt aus der Nische in den Massenmarkt.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und Anfang 2021 sollen Kunden in Amerika auf Paypal auch mit Bitcoin Händler bezahlen können. Das ist ein großer Schritt zu einer breiteren praktischen Nutzbarkeit der Digitalwährung. Sie bleibt aber knapp. 18,5 Millionen Bitcoin gibt es derzeit auf der Welt, und durch die komplizierten Programmierprozesse werden es monatlich nur wenige zehntausend Bitcoin mehr. 18,5 Millionen Stück mal aktueller Preis von gut 18.000 Dollar ergibt einen Wert aller Bitcoin von rund 340 Milliarden Dollar. Das ist nichts im Vergleich zu den Geldmengen der echten Währungen wie Dollar und Euro.

          Die Knappheit könnte bei größerem Nutzungsbedarf also tatsächlich den Preis steigen lassen, zumal größere Investmentbanken festgestellt haben, dass unter jüngeren Kunden Bitcoin mittlerweile beliebter für die Wertaufbewahrung sind als Gold. Auch schätzen immer mehr digitalaffine Menschen den praktischen Nutzen. Der Kauf über CFDs, Zertifikate, Fonds oder direkt könnte also lohnen und die fast drei Jahre alten Rekordhochs von gut 19.000 Dollar könnten bald überboten werden. Kritiker wenden ein, dass es genügend funktionierende Währungen gibt, dass Bitcoin zudem nicht die einzige Digitalwährung ist, sie beliebig ersetzbar sei und mithin ihr Wert völlig überschätzt werde. Es gibt also jede Menge Raum für Spekulationen. Wer Spaß daran hat, kann sich beteiligen. Es hat sich bisher gelohnt. Aber bitte nur mit Geld, das nicht anderweitig benötigt wird.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Gerne an unseren Redakteur Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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