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Auf Nummer sicher : Anleger setzen auf Gold

Gold ist überall auf der Welt beliebt: Barren im australischen Sydney Bild: AFP

Der Preis des Edelmetalls steigt im neuen Jahr deutlich. Die höhere Nachfrage der Investoren spiegelt sich in den Wertpapieren. Der Goldbestand von Xetra-Gold fällt zwar nach Rekord im Sommer, liegt aber 2020 dennoch im Plus.

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           Gold hat das neue Jahr mit einem deutlichen Preisanstieg begonnen. Am Dienstag erreichten die Notierungen für das gelbe Edelmetall zeitweise rund 1.949 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) – so hoch lagen sie zuletzt im November 2020. Das alte Jahr hatte der Goldpreis knapp unterhalb der Schwelle von 1900 Dollar beendet. Nun liegt er rund 3 Prozent höher. Analysten verweisen unter anderem auf Inflationssorgen.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Im Vorjahr hatte das Edelmetall von seinem Ruf als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten profitiert. Der Preis war angesichts der Corona-Pandemie, die viele Menschen stark verunsicherte, im Sommer auf ein Rekordhoch geklettert, das zuvor etwa ein Jahrzehnt lang gehalten hatte. Anleger setzten auf physisches Gold wie Barren und Münzen und Wertpapiere wie Fonds. Im August kostete das Edelmetall im Tagesverlauf bis zu rund 2075 Dollar.

          Dann ließen unter anderem Gewinnmitnahmen den Preis wieder fallen. Die Zuversicht wuchs. Viele Aktienbörsen legten kräftig zu und erholten sich von deutlichen Kursverlusten. In der Jahresbilanz blieb für Gold dennoch ein Preisanstieg um rund ein Viertel.

          Bis zu 227 Tonnen Gold im Tresor

          Ähnlich zeigt sich die Entwicklung in Wertpapieren auf Gold. So ist zum Beispiel auch der Goldbestand der börsengehandelten Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold binnen zwölf Monaten von 203,2 auf 216,9 Tonnen zum Jahresende gestiegen – ein Plus von 13,7 Tonnen oder 7 Prozent. Ende Juli lagerten nach Angaben des Emittenten Deutsche Börse Commodities im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere bis zu 227 Tonnen Gold – ein Rekord. Zuletzt waren es etwa 10 Prozent weniger.

          Xetra-Gold ist demnach das führende physisch hinterlegte Gold-Wertpapier in Europa. Der Bestand erhöht sich, wenn Anleger Xetra-Gold-Anteile über die Börse kaufen. Für jeden Anteilschein wird ein Gramm Gold hinterlegt. Das verwaltete Vermögen von Xetra-Gold betrug zum Jahresende 10,7 Milliarden Euro. Die Stuttgarter Börse bietet mit Euwax Gold ebenfalls ein börsengehandeltes mit Gold unterlegtes Wertpapier.

          Im Jahr 2020 seien abermals Rekordbestände bei Xetra-Gold erzielt worden, sagt Steffen Orben, Geschäftsführer der Deutsche Börse Commodities GmbH. Der Höhepunkt sei im Sommer erreicht worden – getrieben durch die hohe Unsicherheit infolge der Pandemie. Hier habe sich klar gezeigt, dass Anleger in unsicheren Zeiten einen sicheren Hafen suchten, der ihr Kapital vor Wertverluste schütze. Die Entwicklung zeige zudem, dass sich Gold nicht nur bei institutionellen Investoren, sondern auch bei Vermögensverwaltern, Family Offices und Privatanlegern als eigene Anlageklasse etabliert habe.

          Gold

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          Xetra-Gold-Anleger haben Anspruch auf Auslieferung des verbrieften Goldes. Seit der Einführung im Jahr 2007 haben sie davon 1479 Mal Gebrauch gemacht, 6,8 Tonnen Gold wurden ausgeliefert. Wie sich der jüngste Preisanstieg in den Beständen von Xetra-Gold auswirke, sei erst mit einer leichten Verzögerung zu erkennen, sagt ein Sprecher des Unternehmens. Der Preis zeichne die Goldnotierung eins zu eins nach, aktuell koste ein Anteilsschein Xetra-Gold rund 51 Euro. Im Sommer seien es bis zu fast 56 Euro gewesen.

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