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Digitale Vermögensverwaltung : Den Privatkunden berät in Zukunft ein Anlageroboter

Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer mit einem Roboter: Könnten so bald Bankberater aussehen? Bild: EPA

Werden sich bald nur noch Computer um die Gelder vieler Kunden kümmern? Die Finanzbranche macht mit der sogenannten Robo Advisory ernst – und verspricht sogar besser als bisher zu sein.

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          Neue Technologien verdrängen bestehende Geschäftsmodelle. Diese Disruption findet auch am Markt für Finanzdienstleistungen statt. Zahlungsdienstleister wie Paypal oder Google Pay sind in ein klassisches Geschäftsfeld der Banken vorgedrungen. Nun wird am Markt für Vermögensverwaltung eine ähnliche Entwicklung erwartet: Anlageroboter, die das Geld der Kunden nach Algorithmen anlegen, haben in den Vereinigten Staaten eine beachtliche Größe erreicht. In Deutschland ist der Markt noch kleiner, aber es wird ein hohes Wachstum in den kommenden Jahren erwartet. Der amerikanische Markt für Robo Advisory – die Kurzform setzt sich aus den Worten Robot (Roboter) und Advisory (Beratung) zusammen – hat nach Angaben von Matthias Hübner, Partner bei Oliver Wyman, ein Volumen von 200 Milliarden Dollar. „Derzeit verwalten die Vermögensverwalter hierzulande knapp 3 Milliarden Euro“, sagt er im Gespräch mit der F.A.Z. Davon entfalle knapp die Hälfte auf Scalable Capital. Nach Ansicht von Hübner wird der Markt zwar wachsen, aber überschaubar bleiben: „Wir erwarten bis zum Jahr 2021 ein Volumen von 35 bis 40 Milliarden Euro.“ Bei einem durchschnittlichen Anlagevolumen von 20.000 Euro wären das maximal 2 Millionen Kunden. Hübner ist überzeugt, dass der deutsche Markt für digitale Vermögensverwaltung ein Nischenmarkt bleiben wird.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das sieht der Gründer und Geschäftsführer des Marktführers Scalable Capital, Erik Podzuweit, anders: „Das kann ich mir nicht vorstellen, dafür sind die Vorteile im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten einfach zu gravierend“, lautet seine Antwort dazu. Im Vergleich zu Spar- und Tagesgeldkonten sei die langfristige Rendite am Kapitalmarkt sehr viel besser, im Vergleich zu aktiven Fonds seien Robo Advisor sehr viel günstiger. Das liegt daran, dass die Anlageroboter abhängig vom Risikoprofil den Kunden eine Mischung aus börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds; ETF) vorschlagen. Die ETF bilden zum Beispiel Aktienindizes wie den Dax ab. Die Gebühren für einen Fondsmanager, der eine Auswahl an Aktien vornimmt, entfallen. Dahinter steht die Überzeugung, dass kein Fondsmanager auf Dauer besser anlegen kann als der Gesamtmarkt. Mit diesen passiven Fondsprodukten ist die amerikanische Gesellschaft Blackrock zum größten Vermögensverwalter der Welt geworden.

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