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Wertpapiere : Mehr Anleger in der Krise

  • Aktualisiert am

Der Handelssaal der Frankfurter Börse Bild: Reuters

Wertpapiere sind bei den Deutschen seit Beginn der Corona-Krise gefragt. Bis zu einem Volk von Aktionären ist es aber noch hin. Vor allem Frauen sind zurückhaltend.

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          Wertpapiere sind von jeher nicht die Sache der meisten Deutschen. Geht es nach einer Umfrage der Postbank, so scheint die aktuelle Krise daran etwas zu ändern. Demnach haben 28 Prozent der Bundesbürger seit Ausbruch der Corona-Pandemie Geld in Aktien oder Fonds investiert. Jeder Fünfte spiele mit dem Gedanken, Wertpapiere zu kaufen. Viele Banken meldeten steigende Neueröffnungen von Depots.

          Angesichts der krisenbedingten Turbulenzen an den Kapitalmärkten möge diese Entwicklung auf den ersten Blick überraschen. Immerhin sei ein Kursrutsch immer beängstigend, sagt Karsten Rusch von der Postbank. „Im März büßte der DAX fast 40 Prozent seines Wertes ein. Trotzdem haben viele Anleger einen kühlen Kopf bewahrt, Anteile gehalten oder sogar aufgestockt. Die Belohnung folgte auf dem Fuße, da sich die Aktienkurse innerhalb einer Rekordzeit wieder erholten.“

          In der aktuell von der Postbank beauftragten repräsentativen Online-Mehrthemenbefragung wurden Ende August insgesamt 1.039 Befragte ab 18 Jahren befragt. Indes sind die Zuwächse eher bescheiden. 18 Prozent hielten seit Ausbruch der Pandemie ihre Aktien und Fondsanteile im Depot oder nutzten Sparpläne unverändert weiter. 7 Prozent stockten ihre Anteile auf, 3 Prozent erwarben erstmalig Wertpapiere. Besonders häufig kauften die Anleger Aktien (62 Prozent), gefolgt von ETF (40 Prozent) und Investmentfonds (22 Prozent).

          Nur knapp 4 Prozent der Befragten, die kein Geld an der Börse investieren, planen indes, dies in den kommenden Monaten zu ändern. Weitaus mehr zeigen sich noch unentschlossen. Der Anstieg der Aktienkurse könne abschreckend wirken, sagt Rusch, weil es die Befürchtung gebe, den passenden Einstiegszeitpunkt schon verpasst zu haben. Er empfiehlt daher, über einen Sparplan regelmäßig feste Beträge zu investieren. Dank des sogenannten Durchschnittskosteneffekts erhalten Anleger bei fallenden Kursen mehr Anteile, während sie bei steigenden Kursen eine geringere Anzahl an Papieren kaufen. Über einen längeren Zeitraum betrachtet zahlen Anleger daher einen günstigen Durchschnittspreis.

          Frauen zeigten sich indes zurückhaltend: Nur 3 Prozent kauften seit Ausbruch der Pandemie verstärkt Wertpapiere, unter Männern sind es viermal so viel.  Nur 1 Prozent der weiblichen Befragten stieg ins Wertpapiergeschäft ein, hingegen wagten fünf Prozent der Männer diesen Schritt. „Frauen scheuen sich generell eher vor einem Börseninvestment als Männer. Und vermutlich wird die aktuelle Krise das höhere Sicherheitsbedürfnis der Anlegerinnen noch weiter verstärken“, sagt Karsten Rusch.

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