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Die Vermögensfrage : Augen zu und durch – Aktien lohnen dauerhaft

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Das Rendite-Dreieck des DAI hat rote Tupfer. Die zeigen farblich grell, was Anleger so schreckt: Mit Aktien kann schnell auch mal ein Drittel des Anlagevermögens vernichtet werden. Das gilt aber nur dann, wenn die ziemlich regelmäßigen Einbrüche an den Aktienmärkten nicht ausgesessen werden. Augen zu und durch – diese Regel bewährt sich im Umgang mit Aktien ungemein. Wer beispielsweise Ende 1986 kaufte, geriet zehn Monate später unversehens in den Oktobercrash von 1987 und stand ein Jahr nach seiner Anlage mit einem Minus von 36,4 Prozent da.

Auf viele Aktien verteilen

Augen zu und durch – zwei Jahre später war aus der Katastrophe ein jährliches Plus von 4,4 Prozent geworden. Besser noch: Nach zehn Jahren hatte der anfangs so gebeutelte Aktionär eine jährliche Rendite von 9,5 Prozent vor Kosten und Steuern erwirtschaftet. Aussitzen ist Trumpf. Es setzt aber voraus, dass neben der Anlage in Aktien immer auch andere Anlagearten inklusive einer ausreichend gefüllten Kasse vorhanden sind.

Das DAI sieht das auch so und schiebt jedem Gedanken an Spekulation und schnelles Geld an der Börse einen dicken Riegel vor: „Verteilen Sie die Anlage unbedingt auf ausreichend viele Aktien, investieren sie langfristig und kontinuierlich, und setzen Sie nicht ausschließlich auf Aktien, damit sie ein Börsentief aussitzen können. Das alles sollte Ihnen ohne viel Zeitaufwand gelingen.“

Preiswerte, nicht gemanagte Fonds

Letzteres stimmt auch, die guten Renditen lassen sich ohne großen Zeitaufwand einsammeln. Allerdings nicht mit Einzelaktien. Natürlich stehen die ab und an für grandiose Ergebnisse. Aber sie stehen auch für grandiose Verluste. Das Beispiel der Fondsmanager darf den Privatanlegern gerne zu denken geben: So sorgfältig und aufwendig die Profis ihre Aktien auch aussuchen, am Ende sind sie meist heilfroh, wenn sie eine Trefferquote von 52 Prozent haben. Die Mehrzahl von ihnen lebt mit Trefferquoten von unter 50 Prozent.

Da ist es einfacher und deutlich preiswerter, gleich den gesamten Markt zu kaufen und sich schlicht an dessen Entwicklung zu hängen. Das geht mit Fonds, die den Markt eins zu eins abbilden und erst gar keine Überrenditen suchen. Es gibt diese Fonds inzwischen in Hülle und Fülle, sie heißen ETF (Exchange Traded Funds) und sind nicht gemanagt. Das hat den großen Charme, dass sie sehr preiswert sind. Da, wo gemanagte Fonds dem Anleger für ihre Mühewaltung sehr zu Lasten der Rendite um die 1,5 Prozent des Anlagevermögens jährlich berechnen, verlangen die ETF Beträge um die 0,3 Prozent. Dax-ETF gibt es auch noch günstiger. Von den Steuern einmal abgesehen, werden bei diesen Kosten die so hübschen Renditezahlen des DAI fast zur Realität für den Anleger.

Nur unwesentlich tiefer in die Tasche greifen muss der Anleger, der seine Aktien noch ein bisschen weiter streuen möchte. Möchte er Währungsrisiken aus dem Weg gehen, kann er mit einem einzigen ETF das Schicksal der 241 größten Unternehmen in Euroland teilen, wenn dieser ETF den MSCI EMU abbildet. Bildet der ETF den vergleichbaren Euro Stoxx Index ab, investiert der Anleger faktisch in 295 der größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone. In beiden Fällen bilden französische und deutsche Aktien den Schwerpunkt der Anlage.

Die ganze Welt steckt hinter den ETF, die dem MSCI World Index folgen. Breiter streuen geht kaum noch, da der MSCI World über 1600 große und mittlere Unternehmen aus 23 Industrieländern erfasst. Der Schwerpunkt liegt in amerikanischen Aktien, Papiere aus Entwicklungsländern fehlen. Die Tabellen geben einen Überblick über die besten ihrer Art. Die Stiftung Warentest sortiert das große Angebot der Fondsgesellschaften und weist 156 der 1088 in Deutschland angeboten Aktien-ETF als „dauerhaft gut“ aus. Die Tabelle zeigt aus der Auswahl der Tester die kostengünstigsten ETF für den Dax, die Eurozone und den MSCI World.

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