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Zu viel Bürokratie : Putzkraft verzweifelt gesucht

Mehr Nachfrage als Angebot: Legale Putzhilfen sind gefragt. Bild: picture alliance/Photoshot

Legale Putzhilfen sind schwer zu bekommen. Das hat auch damit zu tun, wie sich der Staat einmischt. So werden in Deutschland weiterhin Millionen Haushalte durch Schwarzarbeit sauber.

          5 Min.

          Die Welt der Putzhilfen, so wie sie jetzt aussieht, hätte man vor ein paar Jahren noch für ziemlich verkehrt gehalten: Für die Kunden ist es gar nicht so unattraktiv, alles legal zu organisieren. Das Honorar lässt sich schließlich von der Steuer absetzen. Tatsächlich würden in der oberen Mittelschicht viele Leute gern eine Putzhilfe beschäftigen und legal anmelden – doch Putzhilfen, die sich tatsächlich anmelden lassen, sind kaum noch zu finden. Aus Frankfurt, Stuttgart, Berlin hört man die gleichen Klagen: „Wenn ich eine Anzeige aufgebe, gehen alle Anrufer davon aus, dass sie schwarzarbeiten. Und wenn ich das nicht mitmachen will, ist das Interesse ganz schnell wieder weg.“

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die das sagen, wollen nicht in der Zeitung stehen. So mancher gibt nämlich nach Monaten vergeblicher Suche auf und beschäftigt doch jemanden illegal. Amtliche Statistiken über Angebot und Nachfrage gibt es sowieso nicht. Der österreichische Schattenwirtschafts-Experte Friedrich Schneider schätzt, dass in Deutschland dieses Jahr sechs Milliarden Euro für Haushaltshilfen an der Steuer vorbei gezahlt werden. Unangemeldet arbeiten 88 Prozent der Haushaltshilfen, hat das Institut der Deutschen Wirtschaft im vergangenen Herbst überschlagen – schon etwas weniger als vor 15 Jahren, aber immer noch viel zu viele. Immer noch werden Millionen Haushalte durch Schwarzarbeit sauber. „Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren verändert“, sagt IW-Ökonom Dominik Enste. „Inzwischen sind die Haushalte eher bereit, Putzhilfen legal zu beschäftigen. Aber es gibt nur wenige Interessenten dafür.“ Enste selbst hat auch vergeblich gesucht, er hat im Moment gar niemanden. Die Familie putzt selbst, eine mögliche Arbeitsstelle geht verloren.

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