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Rente : Politik für die Alten

Am Stock: Das Rentensystem ist stabilisiert, allerdings nur vorläufig. Bild: Picture-Alliance

Die neue Große Koalition beglückt vor allem die ältere Generation. Die Jüngeren müssen zahlen und fragen sich, ob das auch einmal jemand für sie tun wird. Besser, sie sorgen jetzt selbst vor.

          6 Min.

          Aus der Ferne sind die Dinge oft besser zu erkennen, als wenn man sie direkt vor der Nase hat. Das gilt auch für die Politik. Günther Oettinger zum Beispiel, der heute von Brüssel aus auf die deutsche Politik schaut, hat etwas bemerkt, für das die Koalitionäre in Berlin offenbar blind sind: Union und SPD kümmern sich zwar mit großem Einsatz um Rentner und ältere Menschen, die Jüngeren aber vernachlässigen sie. „Eine Sorge ist“, sagte der EU-Kommissar vor wenigen Tagen, „dass wir zwar die Balance zwischen Arm und Reich halten, aber uns gleichzeitig immer mehr von einer Balance zwischen Alt und Jung entfernen.“ Er habe Angst davor, deshalb eines Tages Vorwürfe von der Generation seines Sohnes zu bekommen.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Oettingers Sohn ist Student. Es dauert noch mehr als vierzig Jahre, bis er in Rente geht. Er hat vermutlich gerade andere Sorgen als Altersvorsorge, Steuerpolitik und Immobilienpreise. Für Dreißig- oder Vierzigjährige aber sind mit diesen Themen schon heute wichtige Fragen verbunden. Auf die werden sie keine befriedigenden Antworten finden, wenn sie in den Koalitionsvertrag schauen, der die Politik in den nächsten vier Jahren bestimmen wird.

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