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Penta und Iwoca kooperieren : Fintechs umwerben Kleinunternehmer

Bargeld lacht: Auch Selbständige und kleine Unternehmer benötigen Finanzdienste aller Art Bild: dpa

Immer mehr digitale Finanzunternehmen bieten Dienstleistungen für Selbständige an. Auch das Finanz-Start-up Penta und der Kreditanbieter Iwoca, die nun kooperieren wollen.

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          Wer selbständig ist, benötigt ein spezielles Konto, über das er alle mit dem Geschäft verbundene Zahlungen abwickelt. Und während Privatpersonen und große Unternehmen auf der Suche nach einer passenden Bank häufig kaum Schwierigkeiten haben, müssen andere oft tiefer in die Tasche greifen, wenn sie ein Konto eröffnen wollen: Selbständige, Freiberuflern oder Kleinunternehmer. Für viele traditionelle Banken ist diese Kundengruppe unattraktiv – zu gering sind ihre Einnahmen und zu unstetig.

          Antonia Mannweiler
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Immer mehr Fintechs haben nun diese Lücke erkannt und bieten Geschäftskonten zu günstigeren Konditionen an. Dazu gehört auch das Finanz-Start-up Penta. Dieses will nun sein Angebot ausweiten. Nach Informationen der F.A.Z. wird Penta dafür künftig mit dem Kreditanbieter Iwoca zusammenarbeiten. Iwoca wurde im Jahr 2012 gegründet und vermittelt Kredite an Kleinstunternehmer.

          Künftig sollen die Kunden von Penta auf der Plattform alles aus einer Hand erhalten; ihr Konto und die Möglichkeit über Iwoca Darlehen zu beantragen. Marko Wenthin, Chef von Penta, begründet die geschlossene Kooperation damit, dass man nicht alles selbst anbieten könne. „Die Kunden haben danach gefragt. Sie wollten die Möglichkeit einer Finanzierung“, sagt er. Vorher mussten sie dafür außerhalb der Plattform nach einem Anbieter suchen.

          Kleine Unternehmer fallen oft aus dem Raster

          Der künftige Kooperationspartner Iwoca hat seit seiner Gründung Kredite an 50.000 Kunden in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro vermittelt. Die Höhe der einzelnen Kredite beläuft sich dabei in der Regel zwischen 1000 und 100.000 Euro, sagt Oliver Schmid, Geschäftsführer von Iwoca Deutschland. Viele traditionelle Kreditgeber könnten solche kleinen Kredite nicht „so effizient bearbeiten und anbieten“. Durch die Spezialisierung auf eine Unternehmensgröße von bis zu zehn Mitarbeitern fülle man damit eine Angebotslücke. Es handele sich um eine Kundengruppe, die vorher aus dem Raster gefallen sei, findet Schmid und sieht den hohen Kostendruck und teure Prozesse in der Branche als einen der Gründe dafür. Penta-Chef Wenthin erklärt die günstigeren Konditionen von vielen Fintechs auch damit, dass deren Prozesse „komplett neu“ seien, und es sich nicht etwa um veraltete und ineffiziente Strukturen handele.

          Im Durchschnitt beantragen die Kunden einen Kredit in Höhe von 25.000 Euro, sagt Iwoca-Chef Schmid. Die Umsätze der Unternehmen liegen bei bis zu zwei Millionen Euro – es handele sich also um Kleinstunternehmen, betont er. Das würde Iwoca von den meisten anderen Kreditanbietern unterscheiden, sogar von denjenigen, die Kredite an Jungunternehmer vergeben. Deren Kreditvolumen liege im Schnitt in der Regel deutlich darüber.

          Im Gegensatz zu herkömmlichen Kreditgebern verspricht Iwoca seinen Kunden auch eine schnellere Kreditvergabe. In den meisten Fällen dauere es vom Antrag bis zur Prüfung und Vergabe nur wenige Stunden, sagt Schmid. Die Kreditnehmer müssen dennoch den „normalen“ Prozess durchlaufen, wie auch bei anderen Banken.

          Dazu gehört etwa die Kontrolle von Einträgen im Handelsregister oder von Kontodaten. „Klassische Unterlagen“, sagt Schmid. Die eingesetzte Technologie sorge dafür, dass die Vergabe schnell erfolgen könne. Der Kreditprozess der vergangenen 20 Jahre habe oft das Ausfüllen von „Papierbergen“ involviert, sagt Penta-Chef Wenthin. Das koste Zeit und habe sich bei den meisten Anbietern bis heute nicht verändert.

          Schon länger tummeln sich auf dem Banking-Markt für Selbstständige immer mehr neue Anbieter. Dazu zählen neben Penta auch der finnische Anbieter Holvi, Kontist oder die Fidor Bank. Auch die Smartphone-Bank N26 bietet Freiberuflern ein kostenfreies Konto an. Mittlerweile kooperieren aber auch immer mehr Großbanken mit den Fintechs.

          Denn trotz all der Kritik gegen die traditionellen Banken bieten sie in vielen Fällen immer noch eine individuellere Beratung an. Zudem verfügen nicht alle Fintechs über ein Filialnetz, was dann wichtig werden kann, wenn Kunden regelmäßig Geld einzahlen müssen. Auch Wenthin sagt, dass es nicht darum gehe, dass Fintechs nun gegen Banken kämpfen. Es stelle sich viel mehr die Frage nach sinnvollen Kooperationen.

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