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Online-Banking : Schon wieder IT-Panne in der Deutschen Bank

Die Türme der Deutschen Bank spiegeln sich in einer Pfütze. Bild: Patricia Kühfuss

Kunden werden keine Umsätze auf Konten angezeigt. Es ist schon die zweite große Panne in kurzer Zeit.

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          Die Deutsche Bank bekommt ihre Computersysteme nicht in den Griff. Nur wenige Monate nach der Buchungspanne bei 2,9 Millionen Kunden ist es am Freitagvormittag abermals zu einer Störung gekommen. Diese war bis zum Mittag behoben, wie ein Sprecher der Deutschen Bank betonte.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Diesmal betraf es Kunden im Online Banking. Ihnen wurden am Freitagvormittag nicht die Umsätze vom Donnerstag und somit falsche Kontostände angezeigt. Doch schon um 12.00 Uhr konnte die Bank Entwarnung melden. Bis dahin seien alle fehlenden Umsatzanzeigen vom Donnerstag auf den Girokonten im Online Banking fertig nachbearbeitet gewesen. Wie viele Kunden betroffen waren, konnte der Sprecher nicht sagen. Es ist aber davon auszugehen, dass die meisten der deutschen Kunden im Online Banking betroffen gewesen sind.

          Die abermalige Panne lässt sich in ihrem Ausmaß nicht mit der Anfang Juni vergleichen. Damals war es ebenfalls an einem Freitag zu einer Buchungspanne gekommen, die 2,9 Millionen Kunden betroffen hatte. Über 13 Millionen Transaktionen waren falsch angezeigt worden. Allerdings war keine Zahlung falsch ausgeführt worden. Und einen Tag später hatte Deutschlands größte Bank melden können, alles laufe wieder normal.

          Der Kurs sinkt

          Trotzdem dürfte die abermalige IT-Panne unter den Kunden für neues Misstrauen sorgen, nachdem der Vorstandsvorsitzende John Cryan schon vor mehr als einem Jahr die IT-Systeme der Deutschen Bank als „veraltet“ und „lausig“ bezeichnet hatte. Das war auch als Kritik an seine Vorgänger zu verstehen, die notwendige Investitionen in die Computersysteme unterlassen hatten. Nun häufen sich die Probleme im Geschäft mit Privatkunden, was dem Image der Bank schadet. Auch in der nun zu Ende gegangenen Woche waren positive Nachrichten Mangelware. Der Aktienkurs gab am Freitag um mehr als 2 Prozent auf 11,38 Euro nach.

          DT. BANK

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          Das lässt sich noch immer auf die Strafandrohung des amerikanischen Justizministeriums von 14 Milliarden Dollar zurückzuführen. In dem Streit um die verlustreichen Anleihen, die mit wackligen Hypothekenkrediten besichert waren, gab es keine neue Entwicklung. Allerdings bleibt die amerikanische Justiz bei den angeblichen Manipulationen am Devisenmarkt hartnäckig. Eine Richterin in Manhattan hat zwar in dieser Woche einige Anklagepunkte fallengelassen, aber den Vorwurf der Preisabsprachen unter den Banken ließ sie zu. Neben der Deutschen Bank müssen sich sechs weitere Institute, darunter Credit Suisse und Morgan Stanley, vor dem Gericht in Manhattan verantworten. Die Deutsche Bank ist im weltweiten Devisenhandel, in dem täglich mehr als 5 Billionen Dollar umgesetzt werden, weiterhin zu den wichtigsten Banken.

          Das geht aus dem jüngsten Ranglisten zum Investmentbanking des britischen Analysehauses Coalition hervor. In der Tabelle, die Banken als wichtige Referenz schätzen, ist JP Morgan mit Einnahmen von 12,5 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr die führende Investmentbank gewesen. Diese Postion hatte das amerikanische Institut auch schon im Vorjahreszeitraum eingenommen, allerdings mit fast doppelt so hohen Einnahmen. Die Deutsche Bank zählt nicht mehr zu den fünf führenden Investmentbanken, sondern landete auf dem sechsten Rang. Sie bleibt die wichtigste europäische Adresse, während die ersten fünf Ränge von Wall-Street-Häusern belegt werden.

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