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Nach Air-Berlin-Pleite : Niki-Übernahme macht Hoffnung auf günstige Tickets

Grund zur Freude für Air-Berlin-Kunden. Bild: dpa

Die Fluggesellschaft Niki geht nicht an die Lufthansa, sondern an den Billigflieger Vueling. Darüber können sich Urlauber freuen – aber sie müssen den richtigen Zeitpunkt abwarten.

          Am Schluss wurde die Marktposition der Lufthansa doch noch geschwächt: Eigentlich sollte Deutschlands Platzhirsch die Ferienfluggesellschaft Niki aus der Insolvenzmasse von Air Berlin übernehmen – doch die Kartellbehörden stellten sich dagegen. Jetzt wird ein Wettbewerber gestärkt: Es ist die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, die „International Airlines Group“ (IAG), die Niki bekommt.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          IAG lässt die Marke verschwinden, doch der Flugbetrieb bleibt im Billigflieger Vueling erhalten: 740 der 1000 Mitarbeiter werden übernommen, 15 Airbus-A320-Flugzeuge gehen an Vueling über – und dazu die Landerechte in Düsseldorf, München, Wien, Palma de Mallorca und Zürich. 36,5 Millionen Euro lässt sich IAG die Fluggesellschaft kosten, davon bekommen die Gläubiger 20 Millionen Euro, der Rest kommt in die Fluggesellschaft selbst.

          Die Lufthansa wird nicht so sehr gestärkt

          Damit ist eines schon mal abgewendet, was Wettbewerbshüter befürchtet hatten: die große Stärkung des Platzhirschs Lufthansa. Die hatte schon in den vergangenen Monaten von ihrer Monopolstellung profitiert. Zuletzt wurden die Zahlen aus dem Sommerquartal bekannt, in dem Air Berlin noch flog – wenn auch unzuverlässig. Schon da wies die Fluggesellschaft nicht zuletzt wegen hoher Ticketpreise erheblich steigende Gewinne aus. Nach dem Ende des Flugbetriebs von Air Berlin allerdings maßen viele Flugticket-Portale noch höhere Preise.

          LUFTHANSA

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          INTERN.CONS.AIRL.GR.

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          Die Lufthansa sagte stets, das liege nur daran, dass ihre Flugzeuge jetzt besser ausgebucht seien, sie habe ihren Algorithmus nicht geändert – und wurde dafür sogar von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) verteidigt. Kartellamts-Präsident Andreas Mundt allerdings lässt der Lufthansa das nicht durchgehen: „Solche Algorithmen werden ja nicht im Himmel vom lieben Gott geschrieben“, sagte er diese Woche im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

          Der Niki-Verkauf macht sich erst 2019 richtig bemerkbar

          Die Hoffnung der Fluggäste richtet sich jetzt also darauf, dass wieder Konkurrenz entsteht. Auf den innerdeutschen Strecken hilft der Verkauf von Niki an IAG allerdings nicht, denn Niki fliegt vor allem Urlaubsstrecken. Für innerdeutsche Flüge kann helfen, dass auch der Billigflieger Easyjet Maschinen übernommen und der Lufthansa heftige Konkurrenz angekündigt hat.

          Der Niki-Verkauf macht mehr Hoffnung für Ferienflüge, vor allem für vom Reisebüro vermittelte Flüge – allerdings im großen Stil erst ab 2019. Für das laufende Jahr haben die Konzerne ihre Plätze längst eingekauft, diese Preise sind vereinbart. 2018 profitieren Urlauber von der Niki-Übernahme höchstens im Last-Minute-Geschäft.

          Beide Fluggesellschaften aber gelten als gut gemanagt und profitabel. Luftfahrt-Experten halten sie für stärkere Gegner der Lufthansa als die alte Air Berlin – auch wenn sie vielleicht die Preise nicht ganz so weit senken werden wie Air Berlin, die mit ihrem Flugbetrieb eben keinen Gewinn gemacht hat.

          Sogar der Betriebsratschef von Niki ist zufrieden: „Unter den Umständen war es die beste Lösung“, sagte Tankovits im
          ORF-Radio. „Jetzt haben wir die Information, dass es für 750
          Mitarbeiter von 1000 auf jeden Fall weitergeht.“ Die übrigen hätten gute Chancen bei anderen Fluggesellschaften.

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