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Reisen in ein Krisenland : Wie sicher ist der Türkei-Urlaub?

Hagia Sophia: Istanbul wurde 2016 von mehreren Terroranschlägen getroffen. Die jüngsten Verhaftungen sorgen jetzt für zusätzliche Unsicherheit. Bild: dpa

Präsident Erdogan eskaliert den Streit mit Deutschland. Viele Touristen sorgen sich um ihre Ferien in der Türkei. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

          Müssen sich die Deutschen vor Präsident Erdogan fürchten?

          Anna Steiner

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Türkei hat das Verhältnis zu Deutschland in den vergangenen Tagen deutlich eskalieren lassen. Vor allem die Verhaftung eines deutschen Menschenrechtsaktivisten hat die Lage verschärft. Zudem wurde Bundestagsabgeordneten abermals der Besuch deutscher Soldaten in der Türkei untersagt. Begleitet wurde das durch verbale Eskalation von beiden Regierungen.

          Wie sicher bin ich jetzt als Tourist in der Türkei?

          Eigentlich hat sich die Sicherheitslage in der Türkei verbessert. 2016 ereigneten sich drei Terroranschläge in Istanbul, Unbekannte feuerten Raketen auf eine Straße in die Nähe der Touristenhochburg Antalya. In der Stadt selbst gab es eine Explosion. Seitdem kam es nicht mehr zu Anschlägen, die Kontrollen an den Flughäfen und auf den Bosporus-Fähren wurden verstärkt. Unruhig ist es nur noch in der Bürgerkriegsregion im Südosten des Landes. Allerdings hat die kurdische Terrororganisation PKK immer wieder auch Anschläge auf touristische Ziele angekündigt. In den Badegebieten ist es aber bisher sicher gewesen. Neu sind hingegen die Verhaftungen von deutschen Staatsbürgern, die sich allerdings bisher auf Aktivisten und Journalisten beschränkten. Mit Touristen ist dies bisher nicht passiert. Das ist jedoch keine Garantie, dass es so bleibt.

          Was müssen deutsche Manager und Angestellte fürchten, die in der Türkei arbeiten?

          Deutsche Unternehmen geraten zunehmend in den Fokus türkischer Ermittler. So sollen Dax-Konzerne wie Daimler und BASF auf einer schwarzen Liste stehen. Ihnen werden Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen, die Ankara für den Putsch im vergangenen Juli verantwortlich macht. Bereits in der Vergangenheit hatten deutsche Unternehmer unter Repressalien zu leiden: Nach dem Putsch war ein Einkaufszentrum in Istanbul vom Staat beschlagnahmt worden, der deutsche Betreiber zog sich daraufhin zurück. Im Zuge der von Erdogan ausgerufenen „Säuberungswelle“ musste der Oldenburger Energieversorger EWE in der Türkei mehrere Mitarbeiter, meist Führungskräfte, entlassen.

          Bin ich im Transitbereich des Flughafens sicher vor einer Verhaftung?

          Nein, im Transitbereich gilt das Recht des jeweiligen Staates, auf dessen Hoheitsgebiet sich der Flughafen befindet. Strafverfolgungsbehörden können sich jederzeit Zutritt verschaffen und Verdächtige festnehmen. Selbst nach der Passkontrolle bei der Ausreise aus der Türkei kann man noch rechtlich belangt werden. Offiziell ausgereist – und damit sicher vor einer Festnahme – ist man erst dann, wenn man das Hoheitsgebiet verlassen hat.

          Was droht, wenn ich ins Visier der Justiz gerate?

          Das Auswärtige Amt spricht von einigen Fällen, in denen Deutsche von „freiheitsentziehenden Maßnahmen“ betroffen waren, „deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war“. Als besonders gefährdet gelten Aktivisten und Journalisten. Häufiger wird die Einreise gleich am Flughafen verwehrt – meist ohne Angabe von Gründen. Nach einer Wartezeit im Gewahrsam am Flughafen muss der Betroffene die Heimreise antreten. Zudem kommt es vermehrt zu Durchsuchungen und Personenkontrollen sowie Ausgangssperren, die auch kurzfristig verhängt werden können.

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