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Mit der Euro-Rettung  : Draghi macht die Deutschen reich

  • Aktualisiert am

Die Deutschen sind so reich wie nie. Bild: dpa

Die Deutschen haben trotz Schuldenkrise immer mehr privates Vermögen. Und EZB-Chef Mario Draghi ist nicht ganz unschuldig daran. Er hat mit seinem Bekenntnis zum Euro den Deutschen Anlegern Milliardengewinne in ihren Wertpapierdepots beschert.

          Mit seinem Bekenntnis zum Euro hat EZB-Chef Mario Draghi den deutschen Privatanlegern Milliardengewinne in ihren Wertpapierdepots beschert. Seit seiner Ankündigung Ende Juli, dass die Europäische Zentralbank (EZB) alles für die Euro-Rettung tun würde, sei das Wertpapiervermögen der deutschen Haushalte um rund 30 Milliarden Euro gestiegen, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Allianz über die weltweite Vermögensentwicklung.

          Weltweit habe der sogenannte „Draghi-Effekt“ den Privatanlegern zwischen 400 und 600 Milliarden Euro gebracht. „Dabei ist natürlich nicht klar, wie nachhaltig diese Wertzuwächse sind oder wie viel die Anleger vorher schon verloren haben“, sagte Arne Holzhausen, einer der Autoren der Studie, die Zahlen ein. Mario Draghi hatte am 26. Juli in London gesagt, die EZB sei bereit, „alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten“. Daraufhin hatten die Aktienkurse weltweit angezogen. Das Ankaufprogramm der EZB für Anleihen kriselnder Euro-Staaten hatte den Dax in der vergangenen Woche dann auf ein Jahreshoch von 7446 Punkten gehievt.

          Nettovermögen der Deutschen auf Rekordniveau

          Am Morgen war bekannt geworden, dass sich das Nettovermögen der Deutschen in der langfristigen Betrachtung von 1992 bis 2012 mehr als verdoppelt hat. Auch nach der Finanzkrise hat sich das Vermögen der Deutschen schnell erholt, hat die Bundesregierung für ihren Armut- und Reichtumsbericht festgestellt: Zwischen 2007 und 2012 hat das private Nettovermögen - dazu gehören etwa Immobilien, Bauland, Geldanlagen oder Ansprüche aus Betriebsrenten - den Angaben zufolge um 1,4 Billionen Euro zugelegt.

          Allerdings sind die Vermögenszuwächse nach der großen Erholung der ersten Nachkrisen-Jahre deutlich kleiner geworden. Das Netto-Geldvermögen der Deutschen stieg laut Allianz-Studie im vergangenen Jahr nur noch um 1,3 Prozent auf das Rekordniveau von 4.715 Milliarden Euro.

          Mehr für die Reichen: die Entwicklung der Vermögensverteilung bis 2008.

          „Aber jetzt wächst das deutsche Privatvermögen im Gleichschritt mit dem globalen Wachstum und schneller als in den Industrieländern, in den Vorjahren hinkte Deutschland hinterher“, sagte Allianz-Ökonom Arne Holzhausen am Dienstag in Frankfurt bei der Vorstellung des „Global Wealth Reports“.

          In den Jahren bis zur Finanzkrise wuchs allerdings die Vermögensungleichheit, wie die Bundesregierung in ihrem Bericht schreibt. Den vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte gehört demnach mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Der Anteil des obersten Zehntels sei „im Zeitverlauf immer weiter gestiegen“. 1998 belief er sich laut den amtlichen Zahlen auf 45 Prozent, 2008 befand sich in den Händen dieser Gruppe der reichsten Haushalte bereits mehr als 53 Prozent des Nettogesamtvermögens. Die untere Hälfte der Haushalte verfüge über nur gut ein Prozent des gesamten Nettovermögens, heißt es in dem Bericht weiter.

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