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Neue Städte-Rangliste : Die Dominanz von Zürich ist beendet

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Zürich ist nicht mehr die Nummer eins in Sachen Gehälter Bild: dpa

Die Schweizer Stadt ist nicht mehr die Nummer eins in Sachen Gehälter. Der neue Primus liegt in Amerika, und auch zwei deutsche Städte schaffen es immerhin in die obere Tabellenhälfte.

          Eine Taxifahrt, ein Kinoabend oder ein einfacher Restaurantbesuch - Zürich ist weltweit eines der teuersten Pflaster. Den Spitzenplatz als Metropole mit den höchsten Gehältern ist die Schweizer Stadt aber nach jahrelanger Dominanz los, wie aus einer aktuellen Auswertung von Deutsche Bank Research hervorgeht.

          Auf Platz eins der neuen Rangliste liegt nun San Francisco. Ein Grund nach Einschätzung der Analysten: Das schnelle Wachstum des amerikanischen Technologiesektors.

          San Francisco hat eine beeindruckende Entwicklung hinter sich. In den vergangenen fünf Jahren ist die Stadt in dem Bereichen Löhne und verfügbaren Einkommen um sieben bzw. und 21 Plätze aufgestiegen. Damit muss sich Zürich mit Platz zwei begnügen.

          Sieben Bier in Prag, eines in Dubai

          In ihrem achten Report (“Mapping the World’s Prices 2019“)  zu internationalen Preisunterschieden zwischen vergleichbaren Gütern und Dienstleistungen trugen die Analysten der Deutschen Bank Daten für 56 Großstädte in 42 Ländern zusammen.

          So erfährt man unter anderem, dass zwei Liter Coca-Cola in der norwegischen Hauptstadt Oslo 4,73 Dollar kosten (4,24 Euro) und im türkische Istanbul nur 0,74 Dollar (0,66 Euro). In Prag kann man unterdessen zum gleichen Preis sieben halbe Liter Bier trinken wie man in Dubai für ein solches Glas zahlt. Auch bei den Mietpreisen für ein Zwei-Zimmer- Apartment gibt es massive Preisunterschiede (siehe Grafik).

          Die insgesamt höchste Lebensqualität messen die Autoren dennoch Zürich bei. Der entsprechende Index berücksichtigt Faktoren wie Kaufkraft, Sicherheit, Gesundheitsvorsorge und Verkehrsstaus. Unter die besten zehn Städte in dieser Betrachtung schaffen es außerdem Wellington, Kopenhagen, Edinburgh, Wien, Helsinki, Melbourne, Boston, San Francisco und Sydney.

          Auch im Bereich Internet und Einkaufen von Smartphones gibt es interessante Zahlen: Die Städte Moskau und Istanbul verfügen über das billigste Internet der Welt, während man ein iPhone lieber nicht in Brasilien, der Türkei, Argentinien, Indien oder in Griechenland verlieren sollten. Das Apple-Produkt kostet in diesen Ländern im Schnitt 25-65 Prozent mehr als in einem Apple-Geschäft in den Vereinigten Staaten.

          Die einzigen deutschen Städte in der Auswertung, Frankfurt (13) und Berlin (18), landen zumindest in der oberen Tabellenhälfte. Die Autoren räumen - etwas augenzwinkernd ein: Der Index zur Lebensqualität sei stets der am meisten subjektive Teil: „Unsere Studie ist kein endgültiger Leitfaden in dieser Angelegenheit, aber ein guter Ausgangspunkt für eine Debatte“.

          Zürich ist in einem weiteren Ranking ganz vorne: Die Stadt sei bei weitem „der teuerste Ort für ein Date“, folgern die Deutsche-Bank-Analysten. Ihr Fazit: Die Stadt in der Schweiz sei die Stadt, in der es sich empfehle, „frühzeitig einen Partner fürs Leben zu finden und zu überzeugen nachts zu Hause bleiben, zu Hause zu essen und fernzusehen“ - und so viel Geld zu sparen.

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