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Steigende Baukosten : Wohnungsbau zu teuer für bezahlbare Mieten

  • Aktualisiert am

Neue Bauprojekte wie hier eine Simulation des Wohnprojekts Central & Park im Frankfurter Europaviertel sind luxuriös, dafür aber ziemlich teuer. Bild: Simulation Planquadrat

Immer mehr Auflagen, höhere Baulandpreise, steigende Ansprüche: Das sind nach einer Studie einige der Gründe, warum der Wohnungsbau hierzulande immer teurer wird - und die Mieten steigen.

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          Der Bau neuer Wohnungen in Deutschland wird nach einer Studie immer kostspieliger. Die Untersuchung zeigt anhand der Berechnungen für ein Muster-Mehrfamilienhaus, dass die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche von 2.209 Euro im Jahr 2000 auf 3.080 Euro im Jahr 2014 gestiegen sind. Damit haben die Bauherren im vergangenen Jahr 40 Prozent mehr ausgegeben als im Jahr 2000, wie ein Bündnis aus Wohnungsunternehmen, Baubranche und Deutschem Mieterbund errechnen ließ. Die Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum lediglich um ein Viertel. Für die Studie wurden auch 370 Wohnungsunternehmen befragt.

          Im Vergleich zu der festgestellten Kostensteigerung von 40 Prozent seien die reinen Baukosten in diesem Zeitraum allerdings nur um 27 Prozent gestiegen. Die zusätzliche Kostensteigerung sei überwiegend „staatlich gemacht“, kritisiert das Verbändebündnis Wohnungsbau.

          Wohnungen zu bezahlbaren Mieten seien zu diesen Baukosten nicht möglich, so das Bündnis. Die Verbände führen die Steigerung vor allem auf Normenänderungen und neue staatliche Vorschriften zurück. Hinzu kommen höhere Baulandpreise, höhere Ansprüche an die Energieeffizienz und eine bessere Ausstattung der Wohnungen wie größere Bäder.

          Bild: F.A.Z.

          Im einzelnen lassen sich die 871 Euro höheren Wohnungsbaukosten pro Quadratmeter Wohnfläche folgendermaßen aufteilen: 426 Euro (rund 19 Prozent) entfallen auf höhere Bauwerks- und Planungskosten, die durch strengere staatliche Auflagen entstehen, etwa für Brand- und Schallschutz, Schnee-, Sturm und Erdbebensicherheit. Mit 248 Euro (rund 11 Prozent) schlagen steuerliche und baurechtliche Vorgaben von Bund und Ländern zu Buche. Steigende Preise für Bauland lassen die Gesamtkosten um 115 Euro (rund 5 Prozent) steigen. Schließlich müssen Bauherren auch wegen der umfangreicheren Auflagen-Kataloge der Kommunen 82 Euro pro Quadratmeter (knapp 4 Prozent) mehr zahlen. Nicht eingerechnet wurde, dass Bauherren für Kredite heute nur ein Drittel der Zinsen zahlen, die 2000 fällig wurden.

          „Es fehlen 400.000 bis 500.000 Wohnungen“, sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten und forderte mehr politisches Engagement für den Wohnungsbau. „Der Markt allein hat das Problem in den letzten Jahren nicht gelöst.“ Der Zustrom von Flüchtlingen erhöht demnach den Druck. Weitere 100.000 Wohnungen würden für Flüchtlinge gebraucht. Neubauten ließen sich aber nur mit Kaltmieten ab zehn Euro je Quadratmeter refinanzieren, hieß es. „Bezahlbar“ bedeute aber für Durchschnittsverdiener sieben bis acht Euro.

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          Der Staat ersticke den Wohnungsbau durch immer neue Auflagen, kritisiert das Bündnis. Wer heute ein Mehrfamilienhaus bauen wolle, müsse mehr als 100.000 Seiten an Normen und Verordnungen kennen und beachten. Die Standards müssten überprüft werden und sich wieder deutlich stärker an der Praxis orientieren statt am Stand der Technik.

          Das Bündnis fordert deshalb Steuererleichterungen, Wohnungsbau-Förderung in Ballungsräumen, kostengünstiges Bauland von den Kommunen und einen neuen, groß angelegten sozialen Wohnungsbau. Zugleich warnen sie vor neuen Vorschriften und Normen für Bauherren.

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