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Teures Wohnen : So macht man den Hauskauf wirklich billiger

Notar- und Gerichtsgebühren, Erschließungskosten, Grunderwerb- und Grundsteuer - Bauen kostet viel, auch ohne dass gebaut wird. Bild: ZB

Justizministerin Barley will die Maklerkosten anders verteilen, um Hauskäufe günstiger zu machen. Dabei wären andere Schritte viel erfolgversprechender.

          Wohnen ist in vielen Städten teuer geworden – so viel ist sicher. Aber was kann man dagegen tun? Justizministerin Katharina Barley (SPD) hat einen neuen Vorstoß: Sie will prüfen, ob sich die Nebenkosten der Käufe senken lassen. Je nach Bundesland betragen diese bis zu einem Siebtel des Kaufpreises. Vor allem will sie bei den Maklerkosten ansetzen. Sie will, dass derjenige die Maklerkosten zu tragen hat, der den Makler beauftragt hat. „Bestellerprinzip“ heißt das, für Vermietungen ist es schon seit 2015 eingeführt – und es gilt unter Politikern als Erfolg. Aber nicht bei jedem anderen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Maklergebühren sind bundesweit nicht einheitlich geregelt. In Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Brandenburg können sie bis zur Hälfte der Nebenkosten ausmachen. Hier wäre ein funktionierendes Bestellerprinzip am wirksamsten, weil hier die Käufer die Courtage allein bezahlen. In anderen Bundesländern, wo diese in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt wird, machen sie nur 30 Prozent aus.

          Bei Mieten scheint es zu funktionieren

          Grundsätzlich könnten niedrigere Maklerkosten also einen Beitrag zur Senkung der Nebenkosten leisten. Indes gibt es keine zuverlässigen Aussagen darüber, ob das Bestellerprinzip bei der Vermittlung von Mietwohnungen funktioniert. Mieter berichten mitunter von überzogenen Abstandsforderungen etwa für Einbauküchen und äußern den Verdacht, dass dadurch Maklercourtagen hereingeholt werden sollen.

          Dagegen äußerte Deutsche Mieterbund jüngst, das Bestellerprinzip funktioniere in 96 Prozent der Fälle, auch wenn es anfangs Versuche gegeben habe, dieses zu unterlaufen. Offenbar aber hat es die Makler Geschäft gekostet, weil Vermieter vermehrt selbst tätig geworden sind.

          Kaufen ist anders

          Ähnliche Effekte wären wohl auch bei Einführung des Bestellerprinzips für Immobilienkäufe zu erwarten. Indes sind die Voraussetzungen andere. Zum einen wurden auch schon bisher Makler häufiger von Kauf- als von Mietinteressenten beauftragt. Da diese auch nach Einführung des Bestellerprinzips den Makler zahlen würden, ändert sich dadurch nichts.

          Weit wichtiger ist, dass in elf Bundesländern die Courtage bisher geteilt wird. Die Einführung eines konsequenten Bestellerprinzips könnte hier die Käufer sogar zusätzlich belasten. Da zudem mehr Immobilienkäufer kaufkräftig sind als Mieter, könnte es sein, dass sich einige Käufer von der Neuregelung gar nicht beeindrucken lassen. Insgesamt könnte das Bestellerprinzip bei Immobilienkäufen weit weniger wirksam sein als bei Mieten.

          Grunderwerbsteuer ist der bessere Ansatz

          Wenn Bund und Länder die Nebenkosten tatsächlich senken wollen, haben sie einen viel wirksameren Hebel: die Grunderwerbssteuer. Diese ist durch den Bund geregelt, die Steuersätze sind je nach Land unterschiedlich und betragen zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Sie ist vom Käufer allein zu tragen und kann daher mehr als die Hälfte der Nebenkosten ausmachen.

          Doch für die Länder ist die Grunderwerbsteuer gerade im Immobilienboom eine wichtige Einnahmequelle geworden. Das Aufkommen hat sich seit dem Tiefstand 2009 auf rund 13 Milliarden Euro im Jahr 2017 fast verdreifacht. Seit 2009 haben nur Bayern und Sachsen die Grunderwerbsteuer nicht erhöht.

          Und die Bereitschaft, die Steuer zu senken oder gar abzuschaffen, scheint gering. Erst im Juni wurde im Finanzausschuss des Bundestages ein Antrag der FDP abgelehnt, den Ländern die Möglichkeit einzuräumen, einen Freibetrag bis zu 500.000 Euro je Person zu bestimmen. Im Gegenteil wollen die Finanzminister der Länder sogar Steuerschlupflöcher schließen.

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