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Immobilienbesitz : Warum ich lieber Mieter bin

Bye bye altes Leben, hallo neue Wohnung: Mieter haben weniger Verantwortung – und sind flexibel, wenn doch mal ein Umzug ansteht. Bild: plainpicture/Lubitz + Dorner

Viele Deutsche träumen vom Eigenheim. Warum eigentlich? Unser Autor ist ein überzeugter Mieter – und plädiert gegen die eigenen vier Wände.

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          Langsam nervt es. Kaum ein Wochenende vergeht, an dem im Freundeskreis nicht über Häuser und Wohnungen diskutiert wird. Es werde höchste Zeit, sich eine eigene Immobilie zuzulegen, bei den niedrigen Zinsen und den gleichzeitig unverschämt hohen Mieten. Die Bankberater drängeln mindestens genauso forsch. Doch ich bleibe standhaft: Ich bleibe Mieter. Aus voller Überzeugung.

          Dyrk Scherff
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Immerhin bin ich nicht allein mit dieser Meinung. Knapp die Hälfte der Deutschen sind Mieter, seit Jahren verringert sich der Anteil nur sehr langsam. Im Ausland sind es viel weniger, aber das nehme ich mir nicht zum Vorbild. Warum auch, schon die finanziellen Argumente für den Immobilienkauf überzeugen kaum. Ja, die Zinsen sind niedrig, ein bis zwei Prozent je nach Zinsbindungsdauer sind ein Rekordtief. Hinzu kommen für viele Branchen hohe Lohnsteigerungen. Beides macht Immobilien erschwinglicher. Leider gehen die großen Gehaltsprünge an meiner Branche vorbei. Aber viel wichtiger: Die Preise für Immobilien sind ebenfalls kräftig gestiegen. In den Großstädten um 80 Prozent in 15 Jahren. Packt man beides zusammen, wird der Haustraum seit einigen Jahren weniger erschwinglich, aber immerhin tragbarer als noch vor zehn Jahren. Die Mieten sind nur um 40 Prozent geklettert.

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