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Betriebskostenspiegel : 2000 Euro Nebenkosten für 80 Quadratmeter

  • Aktualisiert am

Wärme ist ein teures Gut Bild: dpa

Mehr als 2 Euro pro Quadratmeter und Monat zahlen deutsche Mieter mittlerweile an Nebenkosten. Vor allem Heizung und Wasser kommen teuer.

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          Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung zahlen Mieter im Durchschnitt 3062,40 Euro im Jahr. Nicht an Miete, sondern allein an Nebenkosten. Das hat der Deutsche Mieterbund in seinem jüngsten Betriebskostenspiegel ausgerechnet.

          Heizen und warmes Wasser machen dabei fast zwei Drittel der Betriebskostenabrechnung aus. Von den 2,20 Euro pro Quadratmeter und Monat, die Mieter im Durchschnitt an Betriebskosten zahlen, entfallen 1,16 Euro auf die Heizkosten und 0,27 Euro auf Warmwasser.

          Rechnet man alle denkbaren Betriebskosten wie etwa Gartenpflege oder Kabelfernsehen zusammen, kommt der Mieterbund auf einen Wert von 3,19 Euro pro Quadratmeter im Monat. 127.60 Euro kommen für ein 40-Quadratmeter-Appartement so zusammen. Zwischen östlichen und westlichen Bundesländern gibt es nur noch minimale Preisunterschiede: im Osten sind es 2,22 Euro, im Westen 2,20 Euro. Heizung und Wasser sind im Osten in der Regel teurer, während für Grundsteuer, Müllabfuhr, Gebäudereinigung und Versicherungen meist weniger bezahlt wird.

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          Die Ergebnisse beziehen sich auf inzwischen ausgewertete Abrechnungsdaten von 2012. Die Betriebskosten liegen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Für das Abrechnungsjahr 2013 erwartet der Verband aber gestiegene Betriebskosten. Es zeige sich einmal mehr, wie richtig der Begriff der „zweiten Miete“ im Zusammenhang mit den Betriebskosten sei, sagte Ulrich Ropertz vom Mieterbund der Nachrichtenagentur dpa. Denn der Aufschlag betrage inzwischen im Schnitt ein Drittel der Kaltmiete.

          Inbesondere für Heizen und Warmwasser sind die Kosten im Abrechnungsjahr 2012 dem Mieterbund zufolge gestiegen: Die Heizkosten legten demnach um rund 17 Prozent zu, was auf die kälteren Wintermonate und einen Anstieg des Heizenergieverbrauchs zurückzuführen sei. Auch hätten sich höhere Energiepreise bemerkbar gemacht.

          Für das Abrechnungsjahr 2013 rechnet der Mieterbund mit gestiegenen Betriebskosten. In vielen Städten und Kommunen sei etwa die Grundsteuer erhöht worden, zudem kämen Zusatzkosten etwa für Legionellenüberprüfungen oder Wartungskosten für Rauchmelder hinzu. Auch die Heizkosten dürften vielfach gestiegen sein. Zwar blieben die Energiepreise 2013 demnach weitgehend stabil, allerdings kletterte der Verbrauch um etwa 5 Prozent. Das lag am kalten und langen Winter Anfang 2013.

          Nach Einschätzung der Wohnungswirtschaft tragen steigende Nebenkosten derzeit stärker zu höheren Wohnkosten bei als der Anstieg der Mieten. So seien die Kaltmieten bei den Mitgliedern des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen, die warmen Betriebskosten aber um 2,8 Prozent. Diese Entwicklung müsse durch eine Nebenkosten-Bremse eingedämmt werden, forderte GdW-Präsident Axel Gedaschko am Montag. Der GdW vertritt bundesweit rund 3000 Wohnungsunternehmen, die sechs Millionen Wohnungen vermieten.

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