https://www.faz.net/-hst-7z0mk

Häuser, Wohnungen, Gewerbe : Immobilienpreise stiegen 2014 stärker als erwartet

  • Aktualisiert am

Beim Preisanstieg mit vorn dabei: Düsseldorf Bild: dpa

Die Immobilienpreise sind im vergangenen Jahr in Deutschland so stark gestiegen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Dafür sorgten vor allem die großen Metropolen.

          2 Min.

          Die Immobilienpreise in den 125 wichtigsten Städten Deutschlands sind 2014 um 4 Prozent gestiegen. Dies vermeldet  das Beratungsunternehmen Bulwiengesa. Dies sei die stärkste Steigerung sowohl der vergangenen n 20 Jahre als auch der stärkste Anstieg im aktuellen Immobilienzyklus, der seit 2005 anhält.

          Wichtigster Impulsgeber sei wie in den Vorjahren der  städtische Wohnimmobilienmarkt gewesen. 2014 hatte der Preiszuwachs hier 5,1  Prozent betragen. Die Preise für Reihenhäuser legten um 6,4 Prozent, Neubau-Eigentumswohnungen um 5,4  Prozent teurer als Wohnungsmieten. Gleichzeitig stiegen die Mieten in Neubauten um 3,2 und in der Wiedervermietung um 3 Prozent. Eine nun stark spürbare Verknappung des Angebots und Nachholeffekte hätten  bei Einfamilienhausgrundstücke zu einem hohen Preisanstieg um 7,6 Prozent geführt.

          Nach wie vor dominierten auf dem Wohnungsmarkt die großen Metropolen. Insbesondere die mit einem Plus von 12,2  Prozent  stark gestiegenen Grundstückspreise und Reihenhauspreise im Neubau (plus 8,2  Prozent) in den sogenannten  A-Städten wie Berlin, Düsseldorf oder München verdeutlichen einen Nachfrageüberhang. Die Mieten für Neubau-Eigentumswohnungen seien hingegen in kleineren Städten etwas stärker gestiegen als in den A-Städten.

          Gewerbeimmobilien wurden um 2 Prozent teurer. Dies sei erstmals ein deutlicher Schub im Vergleich zu den Vorjahren gewesen. Dieser habe sich noch stärker als bei Wohnimmobilien auf die wirtschaftlich prosperierenden Regionen und Großstädte Deutschlands konzentriert.
          In den kleineren C-Standorten wie Mainz und Osnabrück bzw. D-Städten wie Salzgitter und Trier konnte im Durchschnitt nach wie vor das Inflationsniveau nicht überschritten werden.

          Zyklus geht zuende

          In der Summe stiegen die Immobilienpreise derzeit deutlich stärker als die Preise. In der Betrachtung seit 1990 lägen die Steigerungsraten jedoch maßgeblich aufgrund der erheblichen Marktkorrektur infolge des Wiedervereinigungsbooms Mitte der Neunziger Jahre weiter unter der Inflation.

          Der Aufwärtstrend der Immobilienpreise und -mieten werde auch 2015 anhalten, da bei niedrigem Zinsniveau und entsprechend eingeschränkten Anlagealternativen sowie einem hohe Beschäftigungsstand positive Rahmenbedingungen herrschten. Allen Akteuren müsse aber bewusst sein, dass man sich derzeit im oberen Bereich des Immobilienzyklus befinde.

          „Das Renditeniveau ist mittlerweile in allen Assetklassen deutlich unter den damaligen Tiefstwerten von 2007 angekommen. Deutsche Immobilien waren im europäischen Vergleich noch nie so teuer wie heute. Das ist eben die Folge der Zinslandschaft“, sagt Andreas Schulten, Vorstand bei bulwiengesa.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.