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Neue Energieausweise : Alte Heizkessel müssen raus

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Ein Baustein der Energiewende: Niedrigerer Verbrauch soll nicht zuletzt die Ziele der Energie- und Klimapolitik voranbringen. Bild: Foto dena

Von diesem Donnerstag an gibt es neue Energieausweise für Wohnungen und Häuser. Wer sich nicht daran hält, dem drohen deftige Bußgelder. Die wichtigsten Veränderungen im Überblick.

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          Von diesem Donnerstag an gibt es in Deutschland neue Energieausweise für Wohnungen und Häuser. Zwar müssen Vermieter und Verkäufer auch jetzt schon ein solches Papier vorlegen. Am 1. Mai aber tritt die neue Energieeinsparverordnung in Kraft - und mit ihr höhere energetischen Anforderungen an Neubauten von 2016 an, eine Austauschpflicht für alte Heizkessel von vor 1985 und eben neue Regeln, wie Vermieter und Verkäufer über den Energieverbrauch ihrer Immobilien informieren müssen. Alte Energieausweise dürfen allerdings noch bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit verwendet werden. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) sprach von einem wichtigen Schritt hin zum „Niedrigstenergiehaus“. Der neue Energieausweis werde zudem „zur verbindlichen energetischen Visitenkarte jedes Gebäudes“.

          Neu ist, dass die wichtigsten Energiewerte nun schon in der Immobilienanzeige veröffentlicht werden müssen. Spätestens bei der Besichtigung muss dann der Ausweis vorliegen - und zwar nicht erst auf Nachfrage. Neu eingeführt werden auch Energieeffizienzklassen für Gebäude. Ähnlich wie bei Kühlschränken gibt es künftig also auch für Wohnungen und Häuser Kategorien von A+ (geringer Energieverbrauch) bis H (hoher Energieverbrauch). Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen liegt ein Wohngebäude mit einem durchschnittlichen Verbrauch in der Klasse E.

          Bis zu 15.000 Euro Bußgeld drohen

          Der Immobilienverband Haus und Grund warnte am Dienstag, dass der Verstoß gegen die neuen Regeln mit Bußgeldern von bis zu 15.000 Euro geahndet werde. Dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gehen die neuen Regeln dennoch nicht weit genug. Um die energetische Beschaffenheit von Gebäuden zu einem echten Nachfragekriterium zu machen, müsse der Energieausweis einfacher und transparenter werden, sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die höheren Neubaustandards griffen zudem erst 2016 „und damit viel zu spät“. Kritisch sieht der Nabu auch, dass es für den Gebäudebestand keine neuen und strengeren Energieauflagen gibt.

          Die Novelle der Energieeinsparverordnung ist ein Bausteinchen der Energiewende - neben der Ökostromförderung sollen die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung auch über einen geringeren Wärme- und Energiebedarf von Gebäuden erreicht werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wies darauf hin, dass auf die Erzeugung von Raumwärme etwa ein Viertel aller CO2-Mengen in Deutschland entfielen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte am Dienstag: „Die Energiewende bewältigen heißt vor allem, den Energieverbrauch gerade im Gebäudebereich zu senken.“

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