https://www.faz.net/-hst-84m6p

BGH-Urteil : Mieter müssen auch bei Schimmelpilz noch Miete zahlen

  • Aktualisiert am

Ungewollt dekorativ: Schimmel in der Kellerwohnung Bild: dpa

Druck auf den Vermieter ausüben und Miete einbehalten, ist bei Schimmelbefall zwar möglich. Aber nicht wenn man gar nicht mehr zahlt.

          1 Min.

          Wenn die Wohnung mit Schimmelpilz befallen ist, dürfen Mieter Miete einbehalten. Das darf jedoch nicht so weit gehen, dass sie über einen unbefristeten Zeitraum hinweg gar nichts mehr zahlen, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch (Az.: VIII ZR 19/14).

          Im vorliegenden Fall hatte ein Mieter aus Kassel von März 2009 bis Oktober 2012 gar keine oder nur wenig Miete gezahlt: Er minderte die Miete wegen Schimmels in der Wohnung um 20 Prozent und behielt darüber hinaus weitere 80 Prozent ein, um seinen Vermieter unter Druck zu setzen.

          Miete dürfe jedoch nicht vollständig und auch nicht endlos zurückgehalten werden, entschied der BGH nun. Der Mieter kann demnach zwar die Miete mindern und darüber hinaus auch ein sogenanntes Zurückbehaltungsrecht geltend machen. Letzteres ginge aber nur, solange es noch seinen Zweck erfülle und den Vermieter unter Druck setze. Einen zeitlichen Rahmen oder die Höhe einer Mindestzahlung nannte das Gericht nicht.

          Bei einem Mangel kann der Mieter die Miete mindern. Darüber hinaus darf er Miete einbehalten. Dieses Geld muss er im Gegensatz zu der Mietminderung aber nach Beseitigung des Mangels an den Vermieter zurück zahlen.

          Weitere Themen

          Anleger zeichnen mehr Mittelstands-Anleihen

          Mit höheren Zinsen : Anleger zeichnen mehr Mittelstands-Anleihen

          Anleihen kleinerer und mittlerer Unternehmen locken mit hohen Zinsen. Das Risiko für Anleger ist größer als bei Konzernen, die Zahl der Ausfälle aber sinkt – und eine boomende Branche dominiert das Segment.

          Der Goldmann von Goldman

          Gold im Aufwind : Der Goldmann von Goldman

          Jeff Currie, Staranalyst bei Goldman Sachs, hat als einer von wenigen den Gold-Boom 2019 vorhergesagt. Er sieht ihn noch lange nicht am Ende.

          Topmeldungen

          Traktoren stehen an diesem Freitag nach einer Sternfahrt auf den Exerzierplatz in Kiel

          Start der Grünen Woche : Aus für die Bullerbü-Landwirtschaft

          Alle müssen satt werden – also Schluss mit romantischen Vorstellungen, warnt Ministerin Julia Klöckner zum Auftakt der Grünen Woche. Angesichts der Bauernproteste ist die Messe so politisch wie selten zuvor.
          Neu errichtete Mehrfamilienhäuser im Europaviertel in Frankfurt: In den meisten Teilen Deutschlands ist das Wohnen zur Miete erschwinglicher geworden.

          Wohnungsmarkt : Mieten wird erschwinglicher

          Die steigenden Mieten belasten viele Deutsche. Dabei sind sie in den meisten Teilen der Bundesrepublik erschwinglicher geworden. Wer profitiert – und wer das Nachsehen hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.