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Auch ohne Immobilienmakler : So finden Sie günstig neue Mieter

  • -Aktualisiert am

Mietersuche über das Internet: Wer wird wohl hier einziehen? Bild: Bally/Keystone Schweiz/laif

Einfach Immobilienmakler anrufen und fertig: Diese Zeiten sind seit diesem Monat vorbei. Von nun an müssen die Vermieter selbst bezahlen. Doch übers Internet geht es billiger und schneller. Wir zeigen Ihnen wie.

          Den richtigen Partner zu finden ist schwer, das gilt auch für den Bund zwischen Vermieter und Mieter. Rund zwei Drittel aller Mietwohnungen hierzulande werden von Privatvermietern unter die Wohnbevölkerung gebracht. Und die wünschen sich mehrheitlich eines, sagen sie selbst: Bewohner, die möglichst lange in den vier Wänden bleiben. Schließlich will kein Hausbesitzer ständig nach neuen Mietern suchen.

          Das müssen sie aber oft genug: Etwa 30 Prozent aller Mieter zieht schon nach zwei Jahren wieder aus, etwa die Hälfte spätestens nach fünf Jahren. Das bedeutet Arbeit, bei der sich viele Vermieter bisher von Maklern helfen ließen. Die Provisionen wälzten sie auf die Mieter ab. Doch seit dem 1. Juni gilt: Wer den Makler beauftragt, zahlt.

          Heißt das nun hohe Ausgaben für Privatvermieter? Das muss nicht sein. Denn es gibt schon fast so viele Mieterbörsen wie Singlebörsen im Internet. Hier finden Vermieter die passenden Bewohner, manchmal sogar ohne einen Cent dazuzuzahlen.

          Kostenlos aber zu spät

          Eines haben fast alle Suchbörsen gemeinsam: Das direkte Einschalten von Maklern ersparen sie beiden Seiten – und damit viel Geld. Manche arbeiten aber mit Maklern zusammen, allerdings viel günstiger als bisher. Bislang betrug die übliche Courtage 2,38 Kaltmieten, bei einer Monatsmiete von 750Euro also 1785 Euro. So viel berappt bei den Portalen keiner mehr. Die Bezahlmodelle sind aber sehr unterschiedlich und die Serviceleistungen, die man dafür bekommt, ebenso.

          Bei einigen Plattformen können Vermieter ihre Wohnung völlig kostenlos inserieren. Die Interessenten zahlen nämlich dafür, dass sie die Inserate ansehen können, zum Beispiel fünf Euro pro Monat bei der Internetseite „mietercasting.de“. Dafür können sie nach Angaben des Portals 170.000 Wohnungsanzeigen durchsuchen. Oder fünf Euro für den Dreitageszugang und 25 Euro für einen ganzen Monat bei der Seite „Salz&Brot“ (salzundbrot.com).

          Hier kann man zwar auch kostenlos Anzeigen lesen, doch frühestens sieben Tage nach Erscheinungstag. Die begehrtesten Wohnungen dürften dann bereits vermietet sein, deshalb lohnt sich für Mietinteressenten der kleine Beitrag für den Premium-Zugriff.

          Schön für Vermieter – schön für Mieter?

          Bei „faceyourbase.com“ zahlen ebenfalls nur die Mieter, und zwar zehn Euro, dafür, dass sie unbegrenzt in den Annoncen suchen dürfen. Finden sie ihre Traumwohnung, legen die Wohnwilligen noch einmal 30 Euro drauf, für das Gelingen des Mietvertragsabschlusses sozusagen.

          Die Vermieter klicken sich bei diesen für sie kostenlosen Portalen dann regelmäßig durch die Bewerber, die sie in ihren Postfächern finden, und lesen, was die alles von sich preisgeben. Meist sind das eher die üblichen Angaben, die Mieter freiwillig von sich machen im Stile von „junges, verheiratetes Paar mit gesichertem Einkommen sucht...“.

          Bei Faceyourbase laden die Wohnungsinteressenten sogar ihre kompletten Facebook-Profile hoch und verraten damit ziemlich viel über Freunde und Hobbys. Hier erfahren Vermieter also sehr viel über ihre Zukünftigen. Das ist schön für den Vermieter, ob es auch immer im Sinne des Mieters ist, darüber lässt sich streiten.

          Vermieter verschenkt Kaltmiete

          Man kann es sich als Vermieter noch einfacher machen, allerdings zahlt man dann auch eine Vermittlungsgebühr dafür: Wer zum Beispiel gerade die Kündigung seines Mieters im Briefkasten findet, der kann den Wegziehenden auf die Plattform „Nachmieter.de“ einladen. Hier muss der Vermieter natürlich zuerst selbst einen Account angelegt haben. Der Clou: Der Kündigende kümmert sich in diesem Fall selbst um die Nachmietersuche.

          Er beschreibt also die Wohnung und sagt, warum er dort gerne gewohnt hat – aber auch, welche Macken sie hat. Er kontaktiert seine Freunde und Bekannten mit Hilfe seiner sozialen Netzwerke und erzählt ihnen von der frei werdenden Wohnung. Außerdem organisiert er die Besichtigungen. Findet sich ein williger Nachmieter, meldet er die Daten dem Vermieter und dieser schaut sich den Bewerber an.

          Für den Aufwand gibt es eine Entlohnung: Bei Vertragsabschluss zahlt der Wohnungsbesitzer dem Altmieter eine Kaltmiete für die Nachmietersuche und als Beihilfe zum Umzug, wenn man so will. Der Vorteil des Modells ist, so hoffen die Plattformgründer: Empfiehlt ein bisheriger netter Bewohner einen Nachmieter aus seinem Bekanntenkreis, dann kennt dieser oft die Wohnung schon – und womöglich verstehen sich auch Neumieter und Vermieter gut.

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