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Baudenkmäler : Viele Deutsche würden gern im Schloss leben

Hier kann man nicht wohnen: Schloss Neuschwanstein Bild: dpa

Vor allem Jüngere lieben das Besondere, wenn es um das Eigenheim geht. So einige trauen den Denkmälern auch künftig höhere Preise zu.

          Immobilien sind in Deutschland heiß begehrt, und sie sind deswegen schon deutlich im Preis gestiegen – den niedrigen Zinsen sei dank. So manch einer baut oder kauft sich ein neues Haus, möglichst individuell, nach eigenen Wünschen gestaltet. Doch viele Deutsche lieben genau das Gegenteil: die Patina, das Alte – all die Dinge, die schon etwas zu erzählen haben. Und viele schätzen gerade auch den Charme alter, denkmalgeschützter Immobilien.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die beliebtesten Baudenkmäler der Deutschen insgesamt sind Fachwerkhäuser. Jüngere Menschen unter 30 Jahren zieht es hierzulande dagegen eher in ein ehemaliges Fabrikgebäude oder ein geräumiges Loft. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Immobilienunternehmens Pantera und des IFD Instituts Allensbach, die dieser Zeitung exklusiv vorliegt. Demnach würden im Durchschnitt fast 30 Prozent der Bundesbürger ein Eigenheim mit Fachwerk kaufen, wenn sie sich für denkmalgeschützte Gebäude entschieden haben.

          Von den jüngeren Befragten sagte das nur ein Viertel. Fast ein Drittel dieser Gruppe wiederum würde gleichwohl gerne in eine stillgelegte Fabrik oder ein geräumiges Loft ziehen wollen. Sie lieben das ungewöhnliche Urbane. Insgesamt würde dort aber nur ein knappes Fünftel wohnen wollen.

          Dass jüngere Menschen auch insgesamt häufig das etwas Ausgefallenere lieben, zeigt ein weiteres Ergebnis der Umfrage von Pantera. Denn im Durchschnitt 26 Prozent dieser Befragten unter 30 würden sich gerne immer als Burg- oder Schlossherr fühlen – und das nicht nur im Urlaub. Unter allen Bundesbürgern hegen nur durchschnittlich 16 Prozent diesen Wunsch. Am wenigsten beliebt in der jüngeren Generation und auch insgesamt: Der markante Bauhaus-Stil mit seinen klaren Linien, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Weimar seinen Ursprung nahm. Eine solche Immobilie zu erwerben, könnten sich nur 10 Prozent aller Befragten vorstellen. Etwas beliebter – zumindest insgesamt – sind Häuser aus der Gründerzeit.

          Interesse für Wohndenkmäler

          Vor allem in den deutschen Metropolen sind Wohnungen und Häuser deutlich teuerer als vor einigen Jahren. Dies gilt natürlich auch für viele denkmalgeschützte Immobilien. Ohnehin ist das ein ganz eigener Markt. Viele Liebhaber würden dafür mehr Geld ausgeben. Der Status des Denkmals kann aber auch von Nachteil sein – bei Renovierung oder dem Wiederverkauf. Laut der Umfrage von Pantera sind rund 35 Prozent aller Deutschen bereit, für den Kauf einer Wohnung in einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude grundsätzlich mehr zu bezahlen als für andere Immobilien.

          Vor fünf Jahren sagten dies noch 31 Prozent. Ist erst einmal das Interesse für Wohndenkmäler geweckt, dann sind mehr als 60 Prozent der Befragten bereit, für ihren eigenen Immobilien-Traum mehr zu zahlen. Dabei zeigt die Befragung auch, dass im Alter andere Dinge wichtiger werden. Von den Befragten im Alter von 60 Jahren und jünger sind 40 Prozent bereit, mehr Geld für eine Wohnung in einem Schloss oder einem Fachwerkhaus auszugeben als die Älteren. Hier ist die Bereitschaft nur bei 30 Prozent der Befragten vorhanden.

          Das könnte sich später lohnen. Denn viele Bundesbürger trauen renovierten, denkmalgeschützten Gebäuden auch eine deutlich bessere Wertentwicklung zu als anderen, wenn sie ungefähr gleich groß sind und sich in ähnlicher Wohnlage befinden. Das gilt im Durchschnitt für 40 Prozent der Bundesbürger. In Ostdeutschland sagt das sogar die Hälfte der Befragten. Dabei hat das Wohnen im denkmalgeschützten Eigenheim auch steuerliche Vorteile bei der Modernisierung. Das wissen aber häufig selbst diejenigen nicht, die sich für diese besonderen Immobilien interessieren – in der Umfrage war das 37 Prozent dieser Gruppe unbekannt und insgesamt 42 Prozent der Deutschen. Die genauen Regelungen kennt mit diesen Voraussetzungen ohnehin kaum jemand.

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