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Mehrere Hundert Euro : Abrechnung von Mietnebenkosten ist fehlerhaft

  • Aktualisiert am

Die Abrechnung der Mietnebenkosten ist oft fehlerhaft. Leidtragende ist dabei fast immer die Mieter. Bild: dpa

Eine aktuelle Studie zeigt: Mehr als jede vierte Mietnebenkostenabrechnung birgt erhebliche Fehler – fast immer zu Lasten der Mieter.

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          Mehr als jede vierte Mietnebenkostenabrechnung ist laut einer aktuellen Auswertung fehlerhaft. Fehler machen die Vermieter nicht nur bei der Berechnung von Nachforderungen – auch die meisten untersuchten Gutschriften fallen zum Nachteil der Mieter aus, wie die Analyse des Prüfportals Mineko ergab. Sie lag der Nachrichtenagentur AFP vor. Oftmals können sich Mieter mehrere hundert Euro zurückholen.

          Das Startup Mineko überprüfte nach eigenen Angaben insgesamt knapp 30.000 Abrechnungen auf ihre Richtigkeit. Das Unternehmen verdient sein Geld damit, Fehler zu finden und den Mietern beim Widerspruch zu helfen.

          87 Prozent aller bei Mineko eingereichten Mietnebenkostenabrechnungen waren Nachzahlungsaufforderungen, deren angegebene Höhe durchschnittlich bei 487 Euro lag. Dabei fanden die Prüfer in 86 Prozent der Fälle Fehler. Durchschnittlich müsste eine Nachzahlung demnach 214 Euro geringer ausfallen.

          13 Prozent der eingereichten Abrechnungen waren Gutschriften mit einer durchschnittlichen Höhe von 229 Euro. „Gutschriften auf Nebenkostenabrechnungen können für Mieter eine Falle sein: Diese freuen sich über zurückerstattetes Geld, anstatt die Richtigkeit der Gutschrift zu hinterfragen“, erklärte Mineko-Geschäftsführer Chris Möller. Tatsächlich befanden die Prüfer 77 Prozent für fehlerhaft – im Schnitt hatten die Mieter demnach Anspruch auf 110 Euro mehr.

          Nicht nur die Höhe der Summe erwies sich in den meisten Fällen als fehlerhaft. Elf Prozent der eingereichten Abrechnungen waren wegen formaler Fehler oder aufgrund falscher Fristen ungültig. In dieser Situation sind Mieter nicht verpflichtet, einer Zahlungsaufforderung nachzukommen. So können Verbraucher laut Mineko durchschnittlich sogar 487 Euro an Nachzahlungen einsparen.

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