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Immobilienpreise-Kommentar : Blasen-Angst

Sowohl alte, als auch neue Immobilien werden den Mietern vor allem in Großstädten zu horrenden Preisen angeboten. Führt die Preisübersteigerung schlussendlich zu einer Immobilienblase? Bild: dpa

Blasen erkennt man meist erst (zu) spät. Im Fall der hohen Hauspreise wollen Experten die Gefahr vereinzelt schon erkannt haben. Doch wie viel Besorgnis ist in Sachen Immobilienblase wirklich angebracht?

          Der Präsident der Bankenaufsicht Bafin, Felix Hufeld, warnt: Die Entwicklung der Immobilienpreise sei „beunruhigend“. Wenn die Preise so weiter stiegen und entsprechend Kredite vergeben würden, könnte die Aufsicht bald zusätzliche Kapitalpuffer von den Banken verlangen, um die Sache etwas zu bremsen.

          Gibt es denn in Deutschland eine Immobilienblase? Leider erkennt man Finanzblasen zuverlässig erst, wenn sie platzen. Aber man kann Zweifel haben, dass es in Deutschland insgesamt eine Immobilienblase gibt. Zwar sind die Preise in den Ballungsräumen stark gestiegen, in anderen Regionen aber nicht. Zudem waren die Banken bei der Beleihung relativ vorsichtig.

          Die Blasen-Angst stammt aus der Finanzkrise: Als die Häuser-Blase in Amerika platzte, erschütterten die Folgen das Weltfinanzsystem. Danach führte man vielerorts unter dem etwas sperrigen Begriff „makroprudentielle Regulierung“ neue Instrumente für die Aufsicht ein. Die Idee war, der Leitzins könnte ein zu grobes Schwert sein – deshalb kann die Aufsicht jetzt, wenn bei Hauskrediten eine Blase droht, höhere Kapitalpuffer speziell dafür verlangen. Zumindest aktuell ist das aber wohl nicht angebracht.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

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